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Brustkrebspatientinnen

„Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs brauchen mehr Sichtbarkeit”

Von Gilead Sciences · 2022

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für Brustkrebs stetig gestiegen, wobei die mediale Aufmerksamkeit hauptsächlich dem frühen Krankheitsverlauf gewidmet ist. „Brustkrebs-Survivors“ teilen ihre Geschichte in den sozialen Medien und machen anderen Mut. Patientinnen mit metastasierter Erkrankung bleiben jedoch oft im Hintergrund. Dabei sind es genau sie, die sich, wie auch Doris C. Schmitt, der Herausforderung stellen müssen, mit einer bisher nicht heilbaren Erkrankung zu leben.

Foto: iStock / skynesher

Frau Schmitt, wie unterscheidet sich die Diagnosestellung bei einem frühen Brustkrebs im Vergleich zur metastasierten Situation?

Beim frühen Brustkrebs ist häufig eine Heilung durch zielgerichtete Therapien möglich. Nach erfolgreicher Behandlung rückt die Erkrankung nach einiger Zeit oftmals wieder in den Hintergrund. Dies ist bei metastasiertem Brustkrebs leider nicht der Fall. Trotz vielversprechender Studien gibt es bis heute keine Heilung und somit kein Ende der Behandlung, die oft mit belastenden Nebenwirkungen verbunden ist. Der Krebs kann nur noch palliativ, sprich unterstützend, therapiert werden. Die Ziele sind Symptomverminderung und verbesserte Lebensqualität.

Das Wort „palliativ“ bereitet den meisten Menschen Angst. Was genau bedeutet denn „palliative Versorgung“?

Oft werden palliative Versorgung und Hospizunterbringung parallel vermittelt. Das macht Betroffenen Angst, da sie befürchten, am Ende ihres Lebens zu stehen. Palliative Versorgung bedeutet, bei möglichst guter Lebensqualität ganzheitlich sowohl stationär als auch ambulant behandelt zu werden. So stehen Brustkrebspatientinnen nicht nur die Fachbereiche Onkologie, Gynäkologie, Chirurgie und Pathologie zur Verfügung, sondern auch Psychologie, Schmerztherapie und Physiotherapie bis hin zu Seelsorge. Eine Anleitung zur Palliativversorgung bietet inzwischen die „Erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“.1

Was sind die größten Herausforderungen von Brustkrebspatientinnen mit Metastasierung in Bezug auf ihren Alltag und ihr Umfeld?

Obwohl heute viel zielgerichteter behandelt werden kann, hat jede Therapie auch ihre Schattenseiten, zum Beispiel „verdeckt“ ein verbessertes Nebenwirkungsmanagement die Schwere der Erkrankung. Für das Umfeld ist oft nicht sichtbar, welche körperlichen und seelischen Auswirkungen die betroffenen Frauen belasten. Das Leben mit einer metastasierten Krebserkrankung macht eine längerfristige Planung kaum möglich. Engmaschige Kontrolluntersuchungen erinnern ständig an die Krankheit, sind aber Pflicht, um einen Progress rechtzeitig zu entdecken. Man hält sich ständig auf Abruf bereit und ist immer abhängig von seinem Gesundheitszustand.

Sie leben seit über zwei Jahren mit metastasiertem Brustkrebs und kennen viele Frauen, die bereits noch länger mit der Erkrankung leben. Was raten Sie Frauen, die vor Kurzem die Diagnose metastasierter Brustkrebs erhalten haben?

Studien weisen darauf hin, dass Brustkrebspatientinnen mit einer metastasierten Erkrankung länger leben, wenn sie gut informiert die Therapie unterstützen. Ich empfehle, mit einer vorbereiteten Frageliste zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen und sich vor dem Gespräch in Broschüren oder auf Websites zu informieren. Manche Patientinnen tauschen sich gern mit Gleichgesinnten aus, in Selbsthilfegruppen oder mit Bloggern im Internet. Wichtig ist, einen Lebensweg zu planen, der für einen persönlich passt. Es gibt kein Allgemeinrezept, wie man mit einer metastasierten Erkrankung leben sollte. Untersuchungen zeigen aber deutlich, dass Bewegung und sportliche Aktivitäten wichtige Begleiter sein können.

Bei Ihnen wurde 1999 Brustkrebs diagnostiziert. Was ist heute anders als vor 23 Jahren?

Neue Erkenntnisse aus der Forschung ermöglichen einen individuellen Blick auf den Tumor und die Metastasen. So können heutzutage verschiedene Tumortypen wie triple-negativ, hormonrezeptorpositiv oder HER2-positiv differenzierter als früher behandelt werden. Mit den heutigen Möglichkeiten wäre mir eine Chemotherapie damals vielleicht erspart geblieben. Das Ziel der aktuellen Therapieansätze ist es, das Fortschreiten der Erkrankung so lange wie möglich hinauszuzögern und durch Symptomverminderung und Verringerung der Nebenwirkungen die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Ich kenne mehrere Brustkrebspatientinnen, die schon viele Jahre mit Metastasen leben, ihre Kinder großziehen und ihrem Beruf nachgehen. Trotzdem muss die Forschung weiterhin offene Fragen für ein besseres Überleben beantworten.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten: Was wünschen Sie sich von der Politik, der Gesellschaft und der Forschung?

Von der Politik mehr Zeit, weniger Dokumentation und bessere Honorierung der Ärzte und des Pflegepersonals für das Gespräch mit von Krebs betroffenen Menschen. Von der Gesellschaft: mehr Interesse an und Einflussnahme in unserem Gesundheitswesen. Die Coronapandemie hat uns allen den Spiegel vorgehalten. Innovative Krebsbehandlung und Pflege kann es nicht zum Nulltarif geben. Und von der Forschung, dass sie Gas gibt! Wenn ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 in einem Jahr entwickelt werden konnte, müsste in der Brustkrebsforschung mehr drin sein. Es sterben jeden Tag immer noch zu viele Frauen.

1 www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/palliativmedizin

Portrait: Doris C. Schmitt

Zur Person

Doris C. Schmitt erhielt 1999 ihre Brustkrebsdiagnose, im Jahr 2019 wurden Lungen- und Knochenmetastasen festgestellt. Als ausgebildete Kommunikationsexpertin berät Doris C. Schmitt zum Thema Dialog zwischen Krebspatient:innen, Medizin und Industrie. Darüber hinaus klärt sie in Vorträgen, Presseberichten und Interviews über metastasierten Brustkrebs auf. Frau Schmitt ist ehrenamtlich tätig im Vorstand der Stiftung PATH, der weltweit einzigen Brustkrebs-Biobank, die von Brustkrebspatient:innen geleitet wird.

Über Gilead Sciences

Gilead Sciences ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das innovative Arzneimittel für medizinische Bereiche erforscht, entwickelt und vermarktet. Im Bereich metastasierter Brustkrebs arbeitet Gilead eng mit allen Beteiligten zusammen, um Patient:innen und deren Umfeld in jeder Phase zu unterstützen.

Kontakt

Gilead Sciences GmbH
Fraunhoferstraße 17
82152 Martinsried b. München
E-Mail: info@gilead-sciences.de
Web: http://www.gileadsciences.de

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