Leberkrebs

Der heimtückische Killer

Von Andreas Taler · 2014

Der moderne Lebenswandel lässt die Zahl der Leberkrebserkrankungen deutlich steigen. Ein kleiner Trost: Auch die Therapiechancen haben sich in den vergangenen Jahren enorm verbessert. Dennoch bleibt dieses Karzinom einer der am schwierigsten zu behandelnden Tumoren, weil er sich häufig erst spät bemerkbar macht.

Bis vor wenigen Jahren galt Leberkrebs noch als eine vergleichsweise seltene Erkrankung. Heute nimmt das hepatozelluläre Karzinom, in der Fachwelt kurz als HCC bezeichnet, rapide zu. Diese Form des Leberkrebses ist inzwischen die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. Schuld daran ist Experten zufolge vor allem ein veränderter Lebensstil – ein häufiger Alkoholkonsum und überschüssige Pfunde machen dem 1,5-Kilo-Organ zu schaffen. 

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erhalten in Deutschland jährlich etwa 8.400 Menschen die Diagnose Leberkrebs. Doch nicht nur die Fallzahlen sind gestiegen, auch die Heilungschancen haben zugenommen. Lange Zeit galt eine Lebertransplantation für das Gros der Patienten als einzige echte Chance zur Heilung. Die kommt angesichts des Organmangels allerdings nicht für alle Patienten infrage. Der Tumor darf außerdem nicht gestreut haben. Inzwischen sind jedoch weitere aussichtsreiche Heilungsansätze hinzugekommen.

Neuer Therapieleitfaden veröffentlicht

Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben mehr als 100 Experten die Fülle der therapeutischen Maßnahmen im vergangenen Sommer in einer so genannten S3-Leitlinie zusammengefasst. Das bedeutet, dieser Therapieleitfaden entspricht höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen, die international einheitlich definiert sind. Partikel-Bestrahlung mit Protonen, intraarterielle Chemotherapie, Hormontherapie, Verödung des Tumors durch Hitzetod oder klassische OP – die Liste der Therapieoptionen ist lang.

Eines jedoch erschwert die Aussichten auf Heilung gravierend: Tumoren an der Leber sind besonders heimtückisch, weil sie anfangs keine Beschwerden verursachen. Erst relativ spät im Krankheitsverlauf können Druckschmerz im rechten oder mittleren Oberbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Gewichtsabnahme und eventuell Gelbsucht auftreten. Gelegentlich kann auch eine Schwellung unter dem rechten Rippenbogen ertastet werden.

Impfungen bieten Schutz 

Immer wieder weisen Ärzte auf vorbeugende Maßnahmen hin, die helfen können, Krebserkrankungen zu verhindern. So empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B, die auch die häufigste Ursache einer Leberzirrhose ist. Menschen mit bekannter Leberzirrhose sollten alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen, denn sie sind besonders gefährdet. 

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