Krebsregister

Erfolgreiche Therapiemuster erkennen

Von Inken Schönauer · 2014

Die Organisation der Krebsregister verläuft in den einzelnen Ländern unterschiedlich.

Erkenntnisse aus den Meldungen an Krebsregister sollen helfen, den Krebs beherrschbarer zu machen. Ein neues Gesetz sieht den Ausbau der klinischen Register vor. Die Umsetzung birgt Tücken.

Jeder Krebs ist anders. Das ist eine Aussage, die Ärzte oft treffen und oft auch treffen müssen. Denn so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind die Krankheiten und ihre Verläufe. Gerade weil aber auch jede Krebserkrankung anders ist, ist es wichtig, Gemeinsames zu finden, anschlagende Therapiemuster zu erkennen oder auch Verbreitungen zu lokalisieren. 

Helfen sollen dabei sogenannte Krebsregister, die über das ganze Land verteilt sind. Dabei wird zwischen epidemiologischen und klinischen Krebsregistern unterschieden. Bei den epidemiologischen Registern gibt es zwei Erfassungszeitpunkte. Den Zeitpunkt, zu dem ein Patient als erstmalig krebskrank gemeldet wird. Und den Zeitpunkt, an dem er verstorben ist. Durch dieses Verfahren werden Kenntnisse darüber gewonnen, wie sich die Lebenserwartung von Patienten verändert oder auch, wie oft Krebserkrankungen in bestimmten Regionen der Republik vorkommen. Das im Jahr 2012 vom Bundestag beschlossene sogenannte Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz sieht nun den Ausbau der klinischen Krebsregister vor.

Details im Blick

„Die bisherigen Register waren sehr nützlich, aber mit den klinischen Krebsregistern bekommen wir ein viel umfassenderes Bild darüber, wie die Krankheit bei einem Patienten verläuft“, sagt Werner Wächter, ärztlicher Leiter der Vertrauensstelle des hessischen Krebsregisters. In den klinischen Registern wird gespeichert, um was für eine Krebserkrankung es sich handelt, wie sie therapiert wird und welche Rückschläge es vielleicht gab. Zwar handelt es sich bei dem neuen Gesetz um eine Initiative des Bundes, die Umsetzung ist in vielen Fällen aber Ländersache. 

So kommt es, dass die Organisation der Krebsregister in den einzelnen Ländern unterschiedlich verläuft. In manchen Ländern, wie in Hessen, gibt es ein einziges Krebsregister, während es in Bayern sechs sind. Manche Krebsregister setzen, wie in Nordrhein-Westfalen, auf ein elektronisches, absolut verschlüsseltes Meldesystem. Andere Länder halten es für sinnvoller, gewisse Datensätze mit Klar-Informationen vorhalten zu können, um die Patientendaten besser auswerten zu können. In diesen Ländern gibt es dann sogenannte Vertrauensstellen, bei denen die Meldung erfolgt und von wo aus die weiteren Informationen dann verschlüsselt werden. Unterschiedlich gehandhabt wird dabei auch die Frage, ob Patienten sich gegen eine Meldung beim Krebsregister entscheiden können oder ob es eine Meldepflicht des Arztes gibt.

EDV ist Herausforderung

Daten, Elektronik, Verschlüsselung – das heißt, es kommt auf die Technik an. „Die EDV ist eine der größten Herausforderungen“, sagt Oliver Heidinger, Geschäftsführer des epidemiologischen Krebsregisters Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Münster. Denn auch wenn eine mitunter sehr in die Jahre gekommene it eines niedergelassenen Onkologen auf das moderne Rechenzentrum einer neuen Einrichtung trifft, muss die Übertragung sicher funktionieren. 

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