Mammakarzinom

Früh erkannt, leicht gebannt

Von Inken Schönauer · 2014

Die Fünf-Jahres-Überlebensraten bei einem Mammakarzinom sind hoch, erst recht, solange der Tumor noch klein ist. Nicht nur OP, Bestrahlung und Chemotherapie kommen als Behandlungsoptionen infrage, auch Antikörpertherapien haben sich als wirksam erwiesen. Doch was die Vorsorge betrifft, ist jede zweite Frau unzureichend informiert.

Brustkrebs. So unvermittelt trifft die Frauen meist die Diagnose. Keine Schmerzen, keine Behinderungen, kein ungutes Gefühl. Jetzt ist Übersicht und Einfühlungsvermögen gefragt. „Wenn Sie die Diagnose Brustkrebs erfahren haben, gilt: Es muss nicht am selben Tag gehandelt werden!“, heißt es in einer Leitlinie für Patientinnen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. Es sei entscheidend, sich zunächst einen Überblick über Methoden und Behandlungen zu verschaffen. 

Brustkrebs, das ist genau genommen eine Erkrankung der Brustdrüse. Der bösartige Tumor wird Mammakarzinom genannt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wird jährlich bei rund 70.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Das macht den Brustkrebs zur häufigsten Krebsart unter Frauen. Doch die Heilungsaussichten sind gut: Laut Robert-Koch-Institut liegt die relative Fünfjahres-Überlebensrate bei 87 Prozent. Und nach fünf Jahren ohne Rückfall gelten die Frauen als geheilt. Wird ein Karzinom früh entdeckt, steigern sich die Heilungsaussichten auf rund 98 Prozent, solange der Tumor unter einem Zentimeter groß ist.

Hormone spielen eine Rolle

Dabei ist eine Operation nicht das einzige Mittel der Wahl bei einem
diagnostizierten Brustkrebs. Beispielsweise gibt es mittlerweile auch Antikörpertherapien, die sich als sehr wirksam erweisen können. Eine Entfernung der Brust ist oft dann notwendig, wenn der Tumor im Verhältnis zur Brust zu groß geworden ist. Manchmal ist es möglich, mit einer vorgelagerten Chemotherapie einen Tumor so zu verkleinern, dass man ihn herausoperieren kann, ohne die ganze Brust abnehmen zu müssen. Dann kann in einigen Fällen auch über die Möglichkeit einer Rekonstruktion gesprochen werden, die über Implantate oder auch mit körpereigenem Gewebe erfolgen kann.

Doch nicht jeder Frau hilft eine Chemotherapie gleichermaßen: Studien haben ergeben, dass sogenannte Genexpressionstests den Frauen unnötige Strapazen ersparen können. Mit den Tests kann bestimmt werden, ob eine Antihormontherapie zur Behandlung ausreicht oder doch eine Chemotherapie notwendig ist. Experten schätzen, dass in Deutschland damit jedes Jahr 10.000 bis 15.000 Chemotherapien vermieden werden könnten. 

Brust-Screening nicht unumstritten

Ein oft genutztes Mittel zur Früherkennung ist das Brust-Screening, auch Mammografie genannt. Diese ist inzwischen aber nicht ganz unumstritten. Während Befürworter anführen, dass Tumoren so viel schneller entdeckt werden, sehen Kritiker viele Frauen zu schnell verunsichert. Viele Experten befürworten aber die Mammografie, weil sie die Tumoren durchaus früher erkennbar machen. 

Nach einem „Gesundheitsmonitor“ der Bertelsmann-Stiftung aus diesem Jahr ist jedoch jede zweite Frau falsch oder unzureichend informiert, wenn es um Früherkennung von Brustkrebs oder Mammografie-Screening geht. Der Studie zu Folge glaubten 30 Prozent der befragten Frauen, dass die bloße Teilnahme an einem Mammografie-Screening eine tatsächliche Erkrankung verhindere. Das ist natürlich nicht der Fall. Die Mammografie ist ein reines Diagnose-Instrument. „Es mangelt insbesondere bei der Einladung zum Screening an verständlichen und evidenzbasierten Informationen sowie an Zeit und Gelegenheit, sich eine eigene Meinung bilden zu können“, sagt Norbert Schmacke, einer der Autoren des Gesundheitsmonitors. 

Grundregeln der Vorsorge

Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren sollen die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs erhöhen und auch Alkohol ist als Risikofaktor belegt. Zudem gibt es Hinweise auf eine risikosteigernde Wirkung von Aktiv- und Passivrauchen. Im Umkehrschluss heißt das: Bewegung und eine gesunde Lebensweise reduzieren das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Vom 20. Lebensjahr an kann jede Frau in Deutschland eine Früherkennungsuntersuchung durchführen lassen. Vom 30. Lebensjahr an kommt eine Tastuntersuchung dazu. Das regelmäßige Abtasten der Brust ist eine Maßnahme, die auch jede Frau selbst in regelmäßigen Abständen vornehmen kann die und nur wenig Zeit in Anspruch nimmt. Wer Auffälligkeiten ertastet, sollte einen Arzt aufsuchen. Aber nicht jeder Knoten in der Brust bedeutet gleich Brustkrebs. 

Weiterführende Artikel

Array
(
    [micrositeID] => 46
    [micro_portalID] => 26
    [micro_name] => Leben mit Krebs
    [micro_image] => 4605
    [micro_user] => 1
    [micro_created] => 1486386337
    [micro_last_edit_user] => 1
    [micro_last_edit_date] => 1567520862
    [micro_cID] => 1538
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 0
    [deleted] => 0
)