Prostatakrebs

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Von Alexandra Grossmann · 2015

Jeder vierte Krebs bei Männern betrifft die Prostata – die häufigste aller Krebsarten beim starken Geschlecht wird heute früh erkannt und kann dann zumeist gut therapiert werden. Sollte die Erkrankung aber bei der Entdeckung weit fortschritten sein, ist die Behandlung langwierig, oft kompliziert und kaum heilbar.

Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen können der entscheidende Rettungsring für ein glückliches Leben sein.

Jedes Jahr werden 60.000 neue Fälle von Prostatakrebs registriert. Er ist mit rund einem Viertel aller Krebserkrankung die häufigste bei Männern. Und er zählt zu den Erkrankungen, die gehäuft im Alter auftreten: Die meisten Betroffenen sind bei der Diagnose älter als 70 Jahre. Doch die Früherkennung führt dazu, dass die Erkrankungen häufig schon im Frühstadium erkannt werden. Die Heilungschancen liegen bei etwa 87 Prozent. 

Die Ursachen für Prostatakrebs sind bis heute nicht geklärt, doch die Risikofaktoren sind bekannt. Neben Alter und Erbanlagen zählen auch ein ungesunder Lebensstil und das Hormon Testosteron eine Rolle: Viel Testosteron stimuliert die Krebszellen, ohne das Sexualhormon entsteht kein Prostatakrebs. Als Vorbeugung empfehlen sich die üblichen Tipps zu einer gesunden und ausgewogenen Lebensweise und die regelmäßige Kontrolle durch den Arzt. Eine Untersuchung ist angesagt, sobald es zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen kommt, wenn Blut im Urin ist oder wenn Schmerzen oder Erektionsstörungen auftreten.

Meist wird operiert

Ist der Prostatakrebs vom Urologen erkannt, hängt die Behandlung davon ab, wie groß und wie weit fortgeschritten der Tumor ist. Solange er die Kapsel der Vorsteherdrüse nicht durchbrochen hat, wird die Prostata komplett entfernt, zusammen mit den Samenbläschen. Hier liegen die Heilungschancen bei 100 Prozent. In letzter Zeit ist dieses Vorgehen allerdings in die Kritik geraten; viele Tumore seien auch ohne Operation heilbar und der Patient behalte so die Vorsteherdrüse, heißt es. Immerhin kann es als Folge der Operation zu Harninkontinenz kommen, bei manchen Patienten werden Nerven geschädigt, was zu Erektionsstörungen und Impotenz führen kann.

Ist der Krebs ins umliegende Gewebe eingewachsen und hat er Metastasen gebildet, so gibt es wenig Aussichten auf eine komplette Genesung. Häufig wird in diesem Fall dennoch eine Operation durchgeführt mit dem Ziel, wenigstens die Beschwerden zu lindern. Dabei werden nach Möglichkeit auch Metastasen und umliegende Lymphknoten entfernt. 

Testosteron fördert den Krebs

Eine Alternative zur Operation ist die Bestrahlung, die entweder den Tumor selbst, oder auch Metastasen oder mit der Prostataoperation nicht entfernte Krebszellen abtötet. Speziell bei Prostatakrebs ist auch die Hormontherapie ein Mittel der Wahl. Dabei wird entweder die Bildung von Testosteron gehemmt, oder seine Wirkung blockiert – in beiden Fällen wirkt man so dem Wachstum des Tumors entgegen. Chemotherapie wird wegen der teils schweren Nebenwirkungen erst bei einem fortgeschrittenen Karzinom angewandt.

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