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Ionenstrahl-Therapie

Ionenstrahl-Therapie gegen Krebs

Von Manuela Rutsatz · 2018

Mit der Ionenstrahltherapie, auch Partikeltherapie genannt, bietet das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) eine Behandlungsmöglichkeit, mit der Tumoren durch Protonen und Kohlenstoff-Ionen zielgenau behandelt werden können. Die Ionenstrahltherapie ergänzt das breite Spektrum der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie unter Leitung von Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic sowie der weiteren Fachdisziplinen der modernen Onkologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).

„Die Wirkungsweise der bei der Partikeltherapie angewandten Protonen oder Kohlenstoff-Ionen unterscheidet sich zur gängigen Strahlentherapie mit Photonen dadurch, dass die hoch beschleunigten Ionenstrahlen das gesunde Gewebe nahezu wirkungslos durchdringen und ihre zerstörerische Wirkung zielgenau im Tumor entfalten. Auf diese Weise ist es möglich, dass die Partikeltherapie deutlich weniger starke Nebenwirkungen verursacht als die herkömmliche Strahlentherapie.“, erklärt Prof. Engenhart-Cabillic.

Die noch relativ junge Therapieform, Kohlenstoff-Ionen gegen die Krebszellen einzusetzen, beruht darauf, dass sie die Tumorzellen deutlich gravierender schädigt. Prof. Dr. Jürgen Debus, Geschäftsführer des MIT sowie des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums (HIT) am Universitätsklinikum Heidelberg, erläutert: „Bei Tumoren, die gegenüber der herkömmlichen Strahlentherapie besonders unempfindlich sind, haben sich Kohlenstoffionenstrahlen sehr bewährt.“ Sie erreichen sehr gut jene Tumoren, die tief im Gewebe oder an sensiblen Stellen entstehen (z.B. Darm oder Sehnerv).

Insgesamt wurden am Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum bereits über 500 Patienten seit 2015 behandelt. MIT wurde als Tochterunternehmen des Universitätsklinikums Heidelberg (75,1 %) sowie der RHÖN-KLINIKUM AG (24,9 %) gegründet. Der klinische Betrieb wird vom Universitätsklinikum Heidelberg sowie dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) getragen.

Sprechstunde Ionenstrahltherapie:

06421-58 63974 (Termin-Telefon)
partikeltherapie@uk-gm.de
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg

Interview mit Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) und Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT)

Was ist der Vorteil der Ionenstrahl-Therapie für die Patienten?

Durch die hochpräzise Fokussierung des Ionenstrahls auf den Tumor ist eine optimale Schonung des angrenzenden Normalgewebes zu erwarten. Ein weiterer Vorteil der Ionenstrahlung mit Kohlenstoffionen ist die höhere biologische Wirksamkeit. Das heißt, dass auch sehr widerstandsfähige Tumorzellen bei gleicher physikalischer Dosis deutlich stärker geschädigt werden können. Aktuell prüfen wir in Studien, ob hierdurch bessere Heilungsraten bei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen möglich sind. Die Ionenstrahltherapie ist bereits heute ein wesentlicher Baustein der modernen Onkologie.  

Welche Tumoren können am MIT behandelt werden?

Mögliche Indikationen sind Tumoren im Gehirn, im Kopf-Hals-Bereich, Tumoren nahe der Wirbelsäule, des Beckens, nichtoperable Tumoren der Bauchspeicheldrüse sowie Weichgewebstumoren. Bei Kindern, bei denen die Organentwicklung noch nicht abgeschlossen ist, bietet die Protonentherapie einen deutlichen Vorteil. Hier gilt es, Langzeitnebenwirkungen einer notwendigen Therapie auf ein Minimum zu reduzieren. Unsere kleinen Patienten werden ganzheitlich durch das Pädiatrisch-Onkologische Zentrum Gießen und Marburg unter Leitung von Prof. Dr. Dieter Körholz betreut.

Wie lange dauert die Therapie und wer übernimmt die Kosten?

Eine Bestrahlung selbst dauert jeweils nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Da die Ionenstrahltherapie außer bei Kindern noch keine Regelleistung darstellt, erfolgt vor Kostenübernahmezusage eine Überprüfung der Indikation durch die  jeweilige Krankenkasse.

Kontakt

Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM)
Baldingerstraße
35043 Marburg
E-Mail: partikeltherapie@uk-gm.de
Web: www.ukgm.de

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