Hautkrebs

Lebensgefahr aus der Sonne

Von Jürgen Ackermann · 2014

Die Zahl der gefährlichen Hautkrebserkrankungen steigt. Innerhalb von sieben Jahren sind rund 60 Prozent mehr Deutsche am malignen Melanom erkrankt. Gute Nachrichten gibt es aus der Forschung. Rostocker Wissenschaftler haben ein Protein entdeckt, von dem sie sich künftig neue Therapien versprechen.

Hautkrebs ist eine der unterschätzten Krebserkrankungen in Deutschland

Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Hautkrebs. Zwischen 2005 und 2012 hat nach Hochrechnungen der Barmer GEK Krankenkasse die Zahl der weißen Hautkrebsfälle um 79 Prozent zugenommen. Am schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, erkrankten 2012 rund 318.000 Menschen – und damit 60 Prozent mehr als noch 2005. Das sind die Ergebnisse des Arztreports 2014, den die Barmer GEK gemeinsam mit dem Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (Aqua) kürzlich in Berlin vorgestellt hat. Die Daten des Reports stammen von mehr als acht Millionen Versicherten – bundesweit sind das mehr als zehn Prozent der Bevölkerung.

„Hautkrebs ist eine der unterschätzten Krebserkrankungen in Deutschland“, sagt Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK. Alljährlich erkranken hierzulande mehr als 200.000 Menschen neu an Hautkrebs, der häufigsten Tumorart des Menschen. 

Protein als Chance

Beim weißen Hautkrebs, zu dem vor allem das sogenannte Basaliom und das Plattenepithelkarzinom zählen, wachsen die Tumoren zwar invasiv, streuen aber kaum und führen daher nur selten zum Tod. Der schwarze Hautkrebs hingegen verursacht früh gefährliche Metastasen und daher vergleichsweise viele Todesfälle. 2012 starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2875 Menschen in Deutschland an einem malignen Melanom.

Gute Nachrichten im Kampf gegen den Hautkrebs kommen nun aus der Forschung. So haben Krebsforscher an der Universität Rostock 2013 ein Protein „DNP73“ entschlüsselt, das für die Metastasierung beim malignen Melanom verantwortlich ist. Die Rostocker Tumorforscher meinen, mit DNP73 einen Schlüssel gefunden zu haben für das Erkennen von Tumoren in einem Stadium, in dem sie noch nicht aggressiv sind und metastasieren. Sie schöpfen aus ihren Erkenntnissen die Hoffnung, neue Wege bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium zu finden.

Wichtig ist, wie bei vielen anderen Krebskrankheiten auch, die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren bezahlen die Kassen alle zwei Jahre die Vorsorgeuntersuchung. Allerdings habe in den Jahren 2011 und 2012 zusammen nur knapp ein Drittel der Berechtigten diese Chance auf Früherkennung genutzt, Frauen etwas häufiger als Männer, so Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK.

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