Diagnoseverfahren

Lebensretter Früherkennung

Von Tobias Lemser · 2017

 Patient wird per MRT untersucht. Es gibt noch weitere Diagnoseverfahren.

Um eine Krebserkrankung so zielgerichtet wie möglich zu therapieren, ist die präzise Diagnose immens wichtig. Hierfür stehen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Ultraschall zur Verfügung. Neben der Gewebeentnahme könnte in den kommenden Jahren ein neues innovatives Verfahren den Durchbruch schaffen.

Es ist die Vorsorgeuntersuchung, um die Männer den größten Bogen machen: die Prostatakrebs-Früherkennung. Wie wichtig die Untersuchung jedoch ist, zeigen die rund 70.000 Prostatakarzinome, die hierzulande jedes Jahr diagnostiziert werden. Fest steht: Umso früher diese häufigste Krebsform beim Mann erkannt wird, desto besser ist Prostatakrebs behandelbar. Das Tückische: Es gibt keine typischen Anzeichen, die frühzeitig auf einen bösartigen Prostatatumor hinweisen. Erst wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist, zeigen sich Symp­tome wie Blut im Urin, Potenzstörungen oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Diagnoseverfahren: Gesamtkonstellation entscheidet

Doch welche Diagnoseverfahren geben Aufschluss? Nachdem die Familiengeschichte abgeklärt wurde, tastet der Urologe zusätzlich zum Ultraschall die Prostata über den Enddarm ab und bestimmt den sogenannten PSA-Wert. Erhärtet sich ein Krebsverdacht, wird die Prostata per MRT exakt abgebildet und da­raufhin untersucht. Bei einem auffälligen Befund bringt eine Biopsie, die mithilfe von Ultraschall durchgeführt wird, genauen Aufschluss. Ist der Tumor auf die Prostata beschränkt, gibt es mit einer Operation sowie der äußeren und inneren Bestrahlung als besondere Form der Radiotherapie gleich mehrere Therapievarianten mit guter Heilungsrate. Immer mehr Onkologen plädieren im Frühstadium zugunsten der Lebensqualität aber auch dafür, erst einmal abzuwarten und den Krebs aktiv zu überwachen. 

Ein kleiner Pieks gibt die Antwort

Neben herkömmlichen Untersuchungsmethoden könnte zukünftig anstelle einer Biopsie eine Blutprobe weitere Informationen über den Krebs bringen. Vorteil der sogenannten Liquid Biopsy: Tumorerkrankungen lassen sich durch die Analyse im Blut zirkulierender Zellen möglicherweise bereits in einem sehr frühen Stadium entdecken und dadurch besser therapieren. Zudem erlaubt diese neue Diagnostikmethode, den Erfolg einer Tumorbehandlung im Verlauf zu überprüfen, ohne erneut eine Gewebeprobe entnehmen zu müssen. Da die Liquid Biopsy empfindlicher als die etablierten bildgebenden Verfahren ist, könnte sie dazu beitragen, einen heilbaren Rückfall frühzeitig zu entdecken. Fakt ist dennoch: Auch wenn heute schon einige auf Flüssigbiopsien basierende Früherkennungs-Tests angeboten werden, liegen noch zu wenige Daten aus Studien vor, um ihren Nutzen gesichert beurteilen zu können. Ebenso unklar ist die Finanzierung: Denn bis auf Weiteres ist die Kostenübernahme durch die Krankenkassen noch nicht möglich.

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