Innovative Therapien

Mehr als nur ein Hoffnungsschimmer

Von Tobias Lemser · 2017

Operation, Bestrahlung und Chemotherapie galten lange Zeit als einzige Therapien im Kampf gegen Krebs. Dank immenser Forschungserfolge gibt es von der Elektrochemotherapie bis zur robotergestützten Chirurgie inzwischen viele verheißungsvolle Therapieansätze. Erfolgversprechendes kommt auch von der Pharmaindustrie, die zahlreiche neuartige Medikamente in der Pipeline hat.

Bestätigt sich bei einer onkologischen Untersuchung der Krebsverdacht, ändert sich das Leben der Betroffenen von einer Sekunde auf die andere. Neben Verunsicherung macht sich vor allem Angst breit, fortan von dieser existenziellen Erkrankung bestimmt zu werden. Sofort stellen sich Fragen nach spezialisierten Ärzten im Umkreis und erfolgversprechenden Therapien. Dass die Diagnose jeden von uns treffen kann, verdeutlicht die Zahl der jährlich rund 500.000 Neuerkrankungen.

Neue innovative Behandlungswege

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Waren bis vor wenigen Jahren die Operation, Bestrahlung und Chemotherapie die einzig möglichen Behandlungsmethoden, den Krebs zu bekämpfen, hat sich das Spektrum an Therapien zuletzt erheblich erweitert. Beispielhaft hierfür ist die Elektrochemotherapie bei Hautmetastasen, die zum Operieren zu groß sind und auf andere Therapien nicht anschlagen. Ebenso verheißungsvoll sind antihormonelle Therapien, die insbesondere bei Brustkrebs eingesetzt werden. Vorteil dieser medikamentösen Therapie: Nicht nur das Rückfallrisiko verringert sich bei vielen Patientinnen, auch kann vielfach auf eine belastende Chemotherapie verzichtet werden. 

Doch glücklicherweise hat sich auch hier einiges getan: Denn viele Chemotherapien sind heute allgemein verträglicher als früher. Zellwachstum hemmende Substanzen wie Zytostatika können inzwischen gezielt und nicht nur systemisch eingesetzt werden. Und operative Eingriffe? Diese werden immer häufiger von robotergestützter Chirurgie begleitet. Ganz abgesehen von neuartigen Krebsmedikamenten, von denen noch in diesem Jahr rund zehn kurz vor der europaweiten Zulassung stehen.

Ran an die Ursache

Auch wenn wir dem anfänglichen Tumorwachstum machtlos gegenüberstehen, ist es wichtig, zumindest die Risikofaktoren für Krebserkrankungen so gering wie möglich zu halten. Beispiel Refluxkrankheit, bei der es zum Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre und sogar bis in den Rachenraum kommen kann. 

Um das Risiko für einen möglichen daraus resultierenden Speiseröhrenkrebs zu senken, sollten nicht medikamentös die Symptome gelindert, sondern vielmehr die Ursachen behoben werden. Neben einer Manschette hat sich ebenso ein flexibles Band bewährt, das sich beim Schlucken weiten und ansonsten den Übergang von der Speiseröhre zum Magen verschlossen halten kann. 

Ein weiteres Beispiel für Erkrankungen, die für Krebs verantwortlich sein können und die es in Schach zu halten gilt, ist Typ-2-Diabetes. Immerhin haben Patienten mit dieser Diabetesform gegenüber der Normalbevölkerung ein etwa dreifach höheres Risiko für Darmkrebs – ein Mutmacher, mithilfe einer gesunden Lebensweise die Krebsgefahr reduzieren zu können. 

Wussten Sie schon, dass…

  • bei einer Intraoperativen Strahlentherapie der Tumor und das nach der Operation verbliebene Tumorbett noch während des Eingriffs bestrahlt wird? Dadurch kann die nachfolgende Strahlendosis reduziert und die Rückfallquote drastisch gesenkt werden. Anwendung findet diese Therapie bei Brustkrebs und Weichteilsarkomen.

  • bei der Immuntherapie zum Beispiel sogenannte Checkpoint-Inhibitoren das körpereigene Immunsystem stimulieren mit dem Ziel, Tumorzellen zu erkennen und zu vernichten? Angewendet wird die Therapie bei Schwarzem Hautkrebs. Studien zeigen, dass 20 bis 40 Prozent der Patienten auf die Medikamente ansprechen.

  • die Antihormontherapie bei allen Brustkrebs-Patientinnen erfolgversprechend ist, die den Hormonrezeptor im Tumor tragen? Damit sich jedoch das Rückfallrisiko verringert und die Heilungschancen steigen, müssen diese Medikamente mindestens fünf Jahre eingenommen werden.

Array
(
    [micrositeID] => 46
    [micro_portalID] => 26
    [micro_name] => Leben mit Krebs
    [micro_image] => 2558
    [micro_user] => 1
    [micro_created] => 1486386337
    [micro_last_edit_user] => 1
    [micro_last_edit_date] => 1486570371
    [micro_cID] => 1538
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 0
    [deleted] => 0
)