Prostatakrebs

Risiko Impotenz und Inkontinenz

Von Thomas Schulze · 2014

Die Therapiemethoden von Prostatakrebs sind vielfältig. Doch ihre Nebenwirkungen sind gefürchtet. Früherkennung ist damit noch immer das stärkste Mittel im Kampf gegen die Erkrankung und ihre Folgen.

Es ist die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Todesursache bei Männern in Deutschland: Prostatakrebs. Laut Robert Koch-Institut beträgt die Zahl der jährlichen Todesfälle 12.000. „In den letzten Jahren ist die Zahl der Neuerkrankungen stetig gestiegen und wird für das Jahr 2014 auf 70.100 geschätzt“, heißt es beim Deutsche Krebshilfe e. V. 

Erschreckende Zahlen, doch was kann „Mann“ tun, um der Gefahr einer Prostatakrebserkrankung möglichst früh entgegenzutreten? Ab 50 Jahren haben Männer Anspruch auf eine jährliche Untersuchung. Für Männer, in deren Familien bereits Prostatakrebs aufgetreten ist, besteht dieser Anspruch bereits ab 45 Jahren. Nur durch diese Maßnahmen der Prävention ist es möglich, das Karzinom rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln. 

Neben der herkömmlichen Tast-Vorsorgeuntersuchung ist der sogenannte PSA-Bluttest das effektivste Instrument zur Früherkennung von Prostatakrebs, auch wenn der Test nicht unumstritten ist. So werden laut AOK vor allem die mangelhafte Treffsicherheit des Tests kritisiert sowie die Möglichkeit der Überdiagnose von langsam wachsenden, ungefährlichen Krebsgeschwülsten, die dann unnötigerweise behandelt werden.

„Enthalten wir unseren Patienten den PSA-Test vor, fallen Männer mit einem aggressiv wachsenden Tumor, der ohne eine adäquate Therapie zum Tod führen würde, durch das Vorsorgeraster“, gibt Stephan Neubauer, leitender Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum in Köln, allerdings zu bedenken. So konnte eine jüngst im renommierten Fachjournal „Cancer“ publizierte Auswertung von Daten des größten Krebsregisters der USA zeigen, dass dank verbesserter Früherkennung mittels PSA-Test statt 25.000 Männern nur 8.000 ein spätes Stadium der Krebserkrankung erreichen. 

Hat der Arzt beim Patienten Prostata­krebs diagnostiziert, gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden:

Protonentherapie 

Bei dieser Therapie werden Protonenstrahlen gezielt auf den Tumor geschossen. Das Verfahren wird insbesondere bei Patienten angewendet, bei denen die herkömmliche Röntgenbestrahlung nicht ausreichend genutzt werden kann, weil der Tumor entweder zu tief im Körper sitzt oder aber von empfindlichen Organen umgeben ist. Die Protonentherapie ermöglicht eine optimierte Dosisverteilung innerhalb der zu bestrahlenden Region. 

Brachytherapie 

Bei der Brachytherapie (Permanente Seed Implantation) findet eine Bestrahlung der Tumorzellen von innen statt. Dabei werden unter Narkose über eine hohle Nadel kleine radioaktive Strahlenquellen in das kranke Gewebe eingepflanzt – die „Seeds“, also Samen. Die reiskornähnlichen Titankapseln bleiben nach der Behandlung im Körper. Gesundes Gewebe wird dabei nur wenig belastet, denn die Reichweite der Strahlung ist gering.

Aktive Überwachung 

In einem frühen Stadium kann es sein, dass der Arzt die Erkrankung durch intensive Kontrollen beobachtet, ob der Tumor wächst oder aggressiver wird. Dies geschieht zum Beispiel durch Bluttests oder die Gewebeentnahme mit einer Stanz-Nadel. So soll eine radikale Behandlung wie etwa eine Operation so lange wie möglich hinausgezögert werden – und somit auch das Risiko für Inkontinenz und Impotenz. Bei der aktiven Überwachung muss der Patient in den ersten beiden Jahren alle drei Monate zur Untersuchung, danach alle sechs Monate. 

Strahlen von außen

Bei der sogenannten perkutanen Strahlentherapie wird die Prostata von außen durch die Haut bestrahlt. Per Computertomografie wird vorher genau ermittelt, welches Gewebe bestrahlt wird. Gesundes Gewebe wird so mehr geschont. Die Bestrahlung wird in kleine Portionen geteilt. Es sind etwa 40 Sitzungen à 30 bis 45 Minuten nötig. Frei von Nebenwirkungen ist diese Therapie jedoch nicht. Blase und Harnröhre können sich entzünden. Innerhalb von fünf Jahren nach Therapie sind sechs von zehn Männern von Impotenz betroffen. Und auch Inkontinenz kann eine Folge sein. 

Operation

Bei der Operation, der radikalen Prostatektomie, werden Prostata und Samenbläschen mittels Laser oder Skalpell entfernt. Das Gewebe wird untersucht und das Erkrankungsstadium bestimmt. Viele Patienten entscheiden sich für die Operation, weil der Herd des Krebses damit komplett entfernt wird. Folgen können unter anderem Impotenz und Inkontinenz sein. Dabei hängt eine mögliche Impotenz wesentlich vom Alter des Patienten ab. Bei bis zu acht von zehn Männern unter 60 Jahren bleibt die Potenz mittlerweile erhalten. 

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