Ernährung

Spezielle Kost bei Krebs?

Von Sebastian Juha Richter · 2014

Für Krebspatienten gelten im Allgemeinen die gleichen Ernährungs­empfehlungen wie für gesunde Menschen. Eine vollwertige und ausgewogene Kost wirkt sich positiv auf den Organismus aus. Die Wirksamkeit spezieller „Krebsdiäten“ ist noch nicht bewiesen, die Krankheit lässt sich allein durch bestimmte Nahrungsmittel also eher nicht heilen.

In den vergangenen Jahren tauchten immer wieder Meldungen in den Medien auf, wonach dieses oder jenes Lebensmittel eine vorbeugende Wirkung gegenüber Krebserkrankungen haben sollte. Mal waren Tomaten der Renner, dann wieder wurden besonders Erdbeeren empfohlen. Auch wenn mittlerweile in bestimmten Konstellationen ein Zusammenhang von Ernährung und Krebserkrankungen nachgewiesen werden konnte, sind doch nach wie vor viele Fragen offen. Spezielle Empfehlungen, die über die allgemeinen Vorgaben für eine gesunde Ernährung hinausgehen, lassen sich deshalb nicht aussprechen. Dennoch kann eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowohl in der Prävention, als auch während einer Krebserkrankung hilfreich sein.

Neue Ernährungspyramide

Anstelle der von Cornflakes-Packungen bekannten Ernährungspyramide verwendet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mittlerweile einen Ernährungskreis. Er zeigt das angestrebte Mengenverhältnis der verschiedenen Lebensmittelgruppen: Getreideerzeugnisse und Kartoffeln stellen mit 30 Prozent den größten Anteil, dicht gefolgt von Gemüse und Salat mit 26 Prozent. Milch und Milchprodukte können etwa 18 Prozent der täglichen Nahrungsaufnahme abdecken, Obst 17 Prozent. Fleisch, Wurst, Fisch und Eier sollen nur zu sieben Prozent verzehrt werden, während Fette und Öle auf einen Anteil von zwei Prozent zu beschränken sind. Es ist vor allem wichtig, nicht immer das Gleiche zu essen, sondern gerade bei Obst und Gemüse Verschiedenes zu kombinieren. Wer hin und wieder Lust auf etwas Süßes hat, sollte am besten zu dunkler Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent greifen.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 2009

Wenig Salz und Alkohol

Bereits an Krebs erkrankte Menschen können manchmal ohnehin nur eingeschränkt essen. Dies ist zum Beispiel durch auftretende Übelkeit bedingt. Betroffene sollten sich nach den Empfehlungen des behandelnden Arztes richten. Wenn ein normales Essen möglich ist, können Patienten in der Regel auf folgende Punkte besonders achten: Tägliche körperliche Bewegung wird empfohlen, ebenso sollte ein normales Körpergewicht angestrebt werden. Energiereiche Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke und Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminpräparate sollten gemieden werden. Stattdessen wird der Vitaminbedarf am besten durch das Essen überwiegend pflanzlicher Lebensmittel gedeckt, während rotes Fleisch nur in geringen Mengen konsumiert und auf verarbeitetes Fleisch gänzlich verzichtet wird. 

Auch Salz sollte möglichst niedrig dosiert und Alkohol kaum oder gar nicht genossen werden. Eine sogenannte „Krebsdiät“, mit der sich eine Krebserkrankung gezielt heilen lässt, gibt es allerdings nicht. Hier versprechen vorwiegend kommerzielle Anbieter oft zu viel. Ernährungshinweise für Krebspatienten zielen hauptsächlich darauf ab, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und mögliche Nebenwirkungen oder Mangelerscheinungen durch die Krankheit oder Therapie auszugleichen.

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