Nebenwirkungen bei Chemo- und Strahlentherapie

Von Kälteklappen und Kauprodukten

Von Mark Krüger · 2017

Übelkeit, Haarausfall, Mundtrockenheit – die Liste der möglichen Nebenwirkungen, die mit einer Chemo- oder Strahlentherapie einhergehen, ist lang. Viele Begleitreaktionen lassen sich behandeln. Und Forscher arbeiten daran, dass zum Beispiel ein Haarverlust in Zukunft erst gar nicht auftritt.

Tropf mit Medikamenten: Chemo- und Strahlentherapie haben oft starke Nebenwirkungen

Krebspatienten haben viele Wünsche: den Kampf gegen die heimtückische Krankheit zu gewinnen, aber auch die Nebenwirkungen einer Krebstherapie besser zu ertragen und die Lebensqualität zu steigern. Dies führt viele Betroffene oft auch in den Bereich der Komplementärmedizin, sei es in Form von Heilpflanzen, Immunstimulanzien oder Nahrungsergänzungsmitteln. Manch ein Anbieter verspricht wundersame Heilung und spielt mit den Ängsten und Hoffnungen der Patienten. Doch wenn es darum geht, Nebenwirkungen einer Krebstherapie zu lindern, gibt es durchaus probate Mittel und Therapien.

Speichelanreger und Helfer aus der Natur

Der Mund fühlt sich trocken und klebrig an, die Zunge brennt, Mundgeruch tritt auf, das Schlucken und Sprechen fällt mitunter schwer – das sind Symptome einer typischen Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Strahlentherapie im Kopf-Halsbereich. Die Rede ist von der Mundtrockenheit, im Fachjargon Xerostomie genannt. Bei Mundtrockenheit empfehlen Experten spezielle Lösungen zum Befeuchten und Spülen oder Produkte zum Kauen oder Lutschen. Auch der sogenannte „künstliche Speichel“ hilft gegen das unangenehme Gefühl und Folgeschäden an Schleimhaut und Zähnen. Nebenwirkungen der Krebstherapie lindern und somit die Lebensqualität der Patienten steigern, können auch zahlreiche andere supportive Therapien: wie etwa Akupunktur gegen Übelkeit und Erbrechen, Physiotherapie gegen Schmerzen, oder die Misteltherapie, die es bereits seit 100 Jahren gibt. Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Misteltherapie sich positiv auf das Immunsystem auswirken und vor allem bei schwerer Müdigkeit und Erschöpfung, dem sogenannten Fatigue-Syndrom, helfen kann.

Nebenwirkungen bekämpfen: Mit Kälte gegen den Haarausfall

Viele Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Frage, ob und wie bestimmte Nebenwirkungen vorgebeugt werden können. Zum Beispiel den durch die Chemotherapie bedingten Haarausfall. Noch gibt es gegen die nach außen sichtbare Nebenwirkung kein wirksames Mittel. Doch nun ist es US-Wissenschaftlern in einer Studie gelungen, den drohenden Haarausfall bei rund 50 Prozent der Teilnehmerinnen mit Brustkrebs mit einer sogenannten Kältekappe vorzubeugen. Was revolutionär klingt, ist eine simple Idee: Die auf den Kopf applizierte Kälte führt zu einer geringeren Durchblutung, wodurch weniger Chemotherapeutika an die empfindlichen Haarfollikel gelangen. Auch wenn der Ansatz vielversprechend klingt, gibt der Deutsche Krebsinformationsdienst zu bedenken, dass das Verfahren nicht jeder Patientin hilft und bei anderen Krebsarten mögliche Risiken bisher nicht untersucht worden sind.

Warum verursacht eine Chemotherapie Nebenwirkungen?

  • Eine Chemotherapie wirkt systemisch im ganzen Körper.

  • Die Zytostatika, die bei einer Chemotherapie verabreicht werden, schädigen Zellen mit hohen Teilungsraten, wie das bei den meisten Tumorzellen der Fall ist.

  • Auch gesunde Zellen weisen eine hohe Teilungsrate auf, wie etwa Haut-, Haar-, Blut- und Darmschleimhautzellen, und können somit durch die Behandlung zerstört werden.

  • Die Folge: Beschwerden wie Haarausfall, Schleimhautentzündungen, Erbrechen oder Durchfall.

  • Das Auftreten von Nebenwirkungen ist abhängig vom Medikament, der Dosis, der Art der Gabe und bei Infusionen von der Dauer der Infusion.

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