Chemotherapie

Aktiv gegen den Haarausfall

Von Nadine Effert · 2019

„Bekomme ich eine Glatze?“, „Kann ich etwas gegen den Haarausfall tun?“ – das sind Fragen, die sofort durch den Kopf schießen, sobald der Arzt das Wort Chemotherapie in den Mund genommen hat. Wie man seine Kopfhaut unterstützen kann und wie in Zukunft ein winziger 3D-Schwamm dem Verlust der Haare den Kampf ansagen soll.

Detail Haarbürste und ausgefallene Haare
Kaum etwas verändert das Aussehen so sehr wie der Verlust der Haare. Foto: iStock/chokja

Vor ihr haben die meisten Menschen fast genauso viel Angst wie vor der Krebserkrankung selbst: die Chemotherapie. Ist sie doch mit unangenehmen Nebenwirkungen verknüpft, wie Erschöpfung, Übelkeit und Haarausfall. Besonders den Verlust der Kopfhaare, der Augenbrauen und Wimpern fürchten Patienten, vor allem die weiblichen. Studien zufolge sehen sie sich dadurch in ihrer Weiblichkeit beeinträchtigt, ihr Selbstwertgefühl leidet und sie empfinden durch die Kahlheit eine Stigmatisierung. 

Die Kopfhaut richtig pflegen 

Ob und in welchem Ausmaß Haarausfall eintritt, hängt unter anderem vom verabreichten Mittel und dessen Dosis ab. Generell haben jedoch alle sogenannten Zytostatika den Nachteil, dass sie unspezifisch und systemisch wirken, sodass auch gesunde Zellen attackiert werden können. Daher rät Gianni Coria, Autor des Buches „Natürliche Hilfe bei Haarausfall“: „Eine aktive und nährende Pflege der Kopfhaut mit Naturprodukten sollte umgehend begonnen werden, da der Körper viele Giftstoffe über die Haarwurzelzellen ausscheidet. Umso besser sind die Voraussetzungen, dass die Haare nach – oder etwa bei Brustkrebs sogar während – der Therapie nachwachsen.“ Die kopfhautreinigende Behandlung sollte man ein- bis zweimal pro Woche von einem speziell ausgebildeten Haarwuchs-Experten in einem entsprechenden Friseursalon durchführen lassen.

Des Weiteren eignen sich Kopfmassagen, bei denen bestimmte Meridianpunkte stimuliert werden, wodurch der Haarwuchs gefördert werden kann. Von klassischen Haarwuchsmitteln sollte man die Finger lassen: „Das Problem sind deren möglichen Nebenwirkungen, insbesondere bei der Langzeitanwendung, etwa die Leber betreffend. Gerade dieses Organ wird bei der Chemo stark gefordert und sollte nicht zusätzlich belastet werden. Viel schonender und effektiver sind Kopfhautpflegeprodukte, die auf fermentierten Kräutermischungen basieren und in offiziellen Wirksamkeitsstudien anerkannt wurden.“

Chemotherapie: Innovativer „Giftfilter“ 

Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie reduzieren oder gar vermeiden, das war und ist weiterhin Gegenstand der Forschung. Jüngst ist es Wissenschaftlern um Dr. Hee Jeung Oh von der University of California bei Tests an Schweinen gelungen, mit einer Art Schwamm überschüssige Zellgifte aufzusaugen – und zwar um über 60 Prozent. Dabei handelt es sich um ein speziell beschichtetes Medizinprodukt aus dem 3D-Drucker, das vorübergehend in der Vene platziert wird. Im nächsten Schritt soll der innovative Filter am Menschen getestet werden, um in Zukunft die gesunden (Haar-)Zellen von Krebspatienten besser schützen zu können. 

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