Darmkrebs

Den Verdauungstrakt im Auge behalten

Von Frank Wagner · 2019

Pflegerin reicht Patienten Medikament. Thema: Darmspiegelung
Foto: iStock/FlairImages

In Deutschland ist Darmkrebs eine der drei häufigsten Krebsarten, dennoch nutzen immer noch viel zu wenige Menschen die bisherigen Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchung. Seit Jahren versuchen Interessenverbände dies zu ändern. In diesem Jahr soll eine großangelegte Screeningaktion für mehr Motivation sorgen.

Ausgehend von den derzeit verfügbaren Darmkrebs-Daten des Robert Koch-Instituts rechnet man jährlich mit etwa 61.000 Neuerkrankungen und über 25.500 Todesfällen. Angesichts dessen erscheint es geradezu riskant, dass nur etwa 20 Prozent der anspruchsberechtigten Versicherten in Deutschland eine Darmspiegelung (Koloskopie) als Vorsorgeuntersuchung vornehmen lassen – wohl auch aus Scheu vor den Umständen dieser Untersuchung. Das soll nun durch eine persönliche Einladung per Brief verändert werden, indem stärker auf die bestehenden Möglichkeiten hingewiesen wird. Das hatte der gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, 2018 beschlossen.

Darmkrebs: Gute Prophylaxeoptionen

Aktuell empfehlen die Krankenkassen ab dem 50. Lebensjahr einen modernen immunologischen Stuhltest (iFOBT / FIT). Dieser hat im Gegensatz zu den alten chemischen Teststreifen eine deutlich geringere Fehlerquote und kann gezielt auch unsichtbare Blutspuren nachweisen, die eventuell auf Darmkrebs hindeuten. Bei besonderer Indikation oder regulär ab dem 55. Lebensjahr ist die regelmäßige Darmspiegelung eine Kassenleistung. Im Laufe dieses Kalenderjahres soll die Altersgrenze nun zumindest für Männer auf 50 abgesenkt werden. Denn sie sind statistisch häufiger von Darmkrebs betroffen als Frauen. Früh erkannt ist Darmkrebs meist gut heilbar: Werden bei einer Koloskopie Veränderungen im Frühstadium entdeckt, können sie bereits während der Untersuchung endoskopisch entfernt werden.

Vorsorge praktisch alternativlos

Es gibt derzeit keinen Ersatz für eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung: Die Möglichkeiten der Diagnostik sind gerade bei Darmkrebs sehr eingeschränkt. Veränderungen harmloser Darmpolypen über gutartige Tumoren bis hin zu eventuell tödlichen Krebsgeschwüren dauern oft viele Jahre. Selbst wenn die Krankheit schon im Körper steckt, haben die Patienten häufig noch keine Beschwerden. Und wenn es doch Symptome gibt, sind diese zumeist so unspezifisch, dass sie zu vielen Krankheiten passen oder sogar als reine Befindlichkeitsstörung eingeordnet werden können. Auch bei einer manuellen Untersuchung des Rektums kann nur ein kleiner Teil des Darms ertastet werden, sodass ein negativer Befund noch längst keine Entwarnung bedeutet. Die Möglichkeiten moderner bildgebender Verfahren bieten ebenfalls keine Ergebnisse, die mit der Darmspiegelung qualitativ vergleichbar wären.

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