Krebsvorsorge

Das Risiko mindern

Von Claudia Harbinger · 2020

Wenn körpereigene Zellen bösartig werden, gesundes Gewebe zerstören und sich verbreiten, wird es ernst. Viele Menschen haben vor einem solchen lebensbedrohlichen Szenario Angst. Faktoren wie Zufall und Altern lassen sich aber leider nicht beeinflussen. Jeder kann jedoch dazu beitragen, bekannte Risiken für die Entstehung von Krebs zu meiden. Neue Therapien setzen zudem individuell beim Einzelnen an.

Mutter umarmt ihre Tochter, die Krebs hat
Foto: iStock/Motortion

Im Jahr 2010 erkrankten über 477.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Für das Jahr 2020 werden rund 510.000 Fälle prognostiziert. Wesentlicher Grund ist der zunehmende Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung.

Individualisierte Krebstherapie

Aufgrund des medizinischen und technischen Fortschritts gibt es heute viele neue Ansätze in der Krebstherapie. Dazu zählen laut der Deutschen Krebsgesellschaft individualisierte Therapien mit dem Einsatz zielgerichteter Medikamente sowie neuartige Immuntherapien wie Immun-Checkpoint-Inhibitoren und der Einsatz von CAR-T-Zellen.

So richten sich die Hoffnungen heute zum Beispiel auf zielgerichtete Arzneimittel, die in die veränderten Abläufe der Tumorzelle eingreifen und diese stoppen. Es kann sich dabei um Antikörper handeln, die an die Oberfläche von Tumorzellen andocken, oder um Wirkstoffe, die in die Tumorzelle eindringen. Die Medikamente können in Tablettenform eingenommen werden, als Infusion oder auch als Spritze verabreicht werden. Zudem können sie in Kombination mit anderen Therapien wie einer Chemotherapie eingesetzt werden.

Immuntherapien aktivieren das körpereigene Immunsystem der Patienten, um den Krebs zu erkennen und anzugreifen. Sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren werden als Infusion verabreicht. Bei der CAR-T-Zell-Therapie werden den Erkrankten körpereigene T-Zellen entnommen, im Labor vermehrt und gentechnisch so verändert, dass sie den Tumor des Patienten erkennen können. Diese veränderten CAR-T-Zellen werden anschließend in den Körper zurückgeführt. 

Unterschätzte Krebsvorsorge 

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wie viel sie selbst für den Schutz vor dem Krebs leisten können. Laut Schätzungen von Experten könnten 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Dazu gehören beispielsweise auch der richtige UV-Schutz der Haut und bei Frauen möglichst der Verzicht auf Hormonersatztherapien in den Wechseljahren. Hinzu kommt die Inanspruchnahme von Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. 

Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass Krebspatienten ihre Erkrankung selbst verschuldet haben. Auch zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung können zu Krebs führen. Mit zunehmendem Lebensalter hat das häufiger gravierende Folgen, weil das Reparatursystem des Körpers diese Fehler dann öfter nicht mehr beheben kann.  

Krebsbehandlung in Corona-Zeiten

Patientinnen und Patienten sollten daher auch in Zeiten der Pandemie ohne ärztliche Rücksprache keinesfalls die Vor- und Nachsorge-untersuchungen aufschieben. Informationen und Beratung bieten die Landeskrebsgesellschaften, das Infonetz Krebs und der Krebsinformationsdienst.

Quellen:
www.krebsinformationsdienst.de
www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/
www.krebsdaten.de
www.krebsgesellschaft.de/

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