Prostataerkrankungen

Warum Vorsorge so wichtig ist

Von Pia Wegener · 2020

Sie ist nur unwesentlich größer als eine Kastanie, kann bei einer Erkrankung aber das Leben eines Mannes verändern: die Prostata. Mit 25 Prozent ist Prostatakrebs laut der Deutschen Krebsgesellschaft die häufigste Krebserkrankung von Männern in Deutschland. Bei einer frühzeitigen Erkennung stehen die Heilungschancen jedoch gut.

Ein Arzt zeigt auf ein Harnblasen-Prostata-Modell
Foto: iStock/Shidlovski

Während Erkrankungen wie Prostata-Entzündungen auch bei Jüngeren auftreten können, sind vor allem Männer ab 50 Jahren von Prostatakrebs betroffen. Die meisten Neuerkrankungen treten ab dem 70. Lebensjahr auf. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums waren die Betroffenen zum Zeitpunkt der Diagnose im Jahr 2016 durchschnittlich 72 Jahre alt.

Prostataerkrankungen: Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Doch es gibt auch positive Zahlen in diesem Zusammenhang: So ist die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben zu sein, mit 91 Prozent die zweithöchste unter allen Krebserkrankungen in der Bundesrepublik. Wird der Krebs früh erkannt, stehen die Heilungschancen also generell gut. Voraussetzung dafür ist, die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und Beschwerden, etwa beim Wasserlassen, nicht zu ignorieren. Sogenannte Tastuntersuchungen durch den Enddarm können von jedem krankenversicherten Mann ab 45 Jahren jährlich in Anspruch genommen werden. Auch mittels PSA-Test (Blutprobe auf das prostataspezifische Antigen) kann die Krebsart frühzeitig erkannt werden. Weitere Symptome, die sowohl auf eine gutartige Prostata-Vergrößerung als auch ein bösartiges Prostata-Geschwulst hindeuten können, sind häufiges und nächtliches Urinieren sowie Schmerzen in der Kreuzgegend.

Individuelle Behandlungsoptionen

Annahmen, dass Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder ein ungesunder Lebensstil Prostatakrebs auslösen können, konnten bislang nicht zweifelsfrei belegt werden. Je nach Grad der Metastasierung und Größe des Karzinoms wird entweder über eine aktive Überwachung, eine Operation oder eine Bestrahlung nachgedacht. Auch ein Eingriff in den Hormonhaushalt des Betroffenen ist denkbar. Eine sorgfältige Überwachung erspart den Betroffenen oftmals die teilweise starken Nebenwirkungen einer Operation oder Strahlentherapie. 

Die Behandlungsoptionen werden aber immer individuell und in enger Absprache mit dem Patienten abgestimmt. Dabei ist es entscheidend, ob von einem aggressiven oder einem harmlosen Prostatatumor ausgegangen wird. „Diese Differenzierung ist jedoch oft schwierig, insbesondere wenn die Tumoren in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden“, erklärt Professor Thorsten Schlomm, Direktor der Klinik für Urologie an der Charité in Berlin. Um hier präziser arbeiten zu können, forscht unter anderem die Charité selbst an neuartigen computerbasierten Prognosewerkzeugen. Sie sollen die Bekämpfung der Tumoren in Zukunft noch zuverlässiger und effizienter machen.

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