Immunonkologische Therapie

Abwehr stärken und aktiv verteidigen

Von Tobias Lemser · 2021

Bei der Behandlung von Krebs spielt die immunonkologische Therapie eine immer bedeutendere Rolle. Bei welchen Tumorerkrankungen kann sie etwas bewirken? Hoffnung bibt es laut einer aktuellen Studie für Patienten mit Multiplem Myelom.

Forscher:innen in einem Labor
Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit läuft in der Immunonkologie auf Hochtouren. Foto: iStock / metamorworks

Operation, Bestrahlung und Chemotherapie sind die Klassiker in der Krebstherapie. Doch es gibt inzwischen immer ausgefeiltere Ansätze, die ganz gezielt den Tumor angreifen – so wie die Immuntherapie. Sie verfolgt das Ziel, Tumoren mithilfe des Immunsystems den Garaus zu machen. Dabei hat es die immunonkologische Therapie nicht wie die Chemotherapie direkt auf den Krebs abgesehen. Vielmehr soll sie bewirken, dass die Immunzellen – genauer: die T-Zellen – die Krebszellen erkennen, attackieren und zerstören.

So funktioniert die immunonkologische Therapie

Zuletzt vermehrt im Zentrum stand die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren. Hierbei handelt es sich um monoklonale Antikörper, die gegen Checkpoints, die normalerweise Autoimmunreaktionen vermeiden sollen, gerichtet sind. Diese Kontrollpunkte sollen nun daran gehindert werden, die Immunantwort zu unterdrücken, sodass die Krebszellen das Immunsystem nicht abschalten können. Stattdessen werden die Immunzellen aktiviert und darin gestärkt, zur Gegenattacke überzugehen. Dank dieser Therapie konnte die Onkologie zuletzt bei schwarzem Hautkrebs oder auch Blasen- und Lungenkrebs wichtige Erfolge verzeichnen. Nicht zu vernachlässigen sind allerdings mögliche Nebenwirkungen wie Entzündungen der Hirnanhangsdrüse, der Haut oder des Darms – ein Aspekt, der vermehrt bei neuen Therapieansätzen beachtet wird. 

Multiples Myelom: hoffnungsvolle Studie

So auch bei der Behandlung des Multiplen Myeloms, einer bislang unheilbaren Krebserkrankung des Knochenmarks. Problem: Bei der sogenannten CAR-T-Zell-Therapie kann es zu Resistenzen kommen, die zu einem starken Rückfall führen. Was ist die Ursache? Ärzte und Wissenschaftler des Uniklinikums und des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung in Würzburg kamen zu dem Ergebnis, dass BCMA, ein genutztes Antigen auf der Oberfläche von Myelom-Zellen, verloren ging. Um dem entgegenzuwirken, kamen die Forscher zu dem Schluss, mit CAR-T-Zellen nicht nur gegen ein spezifisches Antigen, sondern gleich mehrere Ziele anzugehen. So würde die Wahrscheinlichkeit, dass Tumorzellen überleben, erheblich zurückgehen – ein weiterer Fortschritt in der Krebsmedizin, die neben dem Erfinden neuer Behandlungsansätze auch darin besteht, bestehende Therapien zu verbessern.

Quellen:
Charité: Neue Immuntherapie gegen Krebs in der klinischen Prüfung
ONKO-Internetportal: Immunonkologie
Onmeda: Immuntherapie und Impfung

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