Hepatozelluläres Karzinom

Optimaler Umgang mit der stillen Gefahr

Von Mark Krüger · 2019

Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) – eine bösartige Erkrankung der Leberzellen – ist meist Folge einer Vorerkrankung. In bis zu 90 Prozent der Fälle ist die als „primärer“ Leberkrebs bezeichnete Erkrankung auf eine Leberzirrhose zurückzuführen, bedingt durch Alkoholismus, chronische Infektionen mit Hepatitisviren oder auch eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung.

Hochprozentiger Alkohol wird in Schnapsgläser gegossen. Alkoholismus ist oft Ursache für das Hepatozelluläre Karzinom
Foto: iStock/Jag_cz

Galt Leberkrebs in Deutschland bislang noch als seltene Tumorerkrankung, nimmt die Häufigkeit, vor allem in Europa, dramatisch zu. So hat sich die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten 35 Jahren – sowohl bei Männern als auch bei Frauen – verdoppelt, wobei Männer zwei- bis dreimal häufiger betroffen sind als das weibliche Geschlecht. Die meisten Erkrankungsfälle treten um das 70. Lebensjahr auf.

Hepatozelluläres Karzinom: Auf leisen Sohlen

Besonders tückisch: Im Anfangsstadium verursacht Leberkrebs, ähnlich wie andere Lebererkrankungen, nur selten Beschwerden. Das resultiert unter anderem daraus, dass sich in der Leber selbst keine Nervenfasern befinden, die zu Schmerzen führen könnten. Weiter fortgeschritten kann Leberkrebs unspezifische Symptome hervorrufen, wie Druckschmerz im Oberbauch, Übelkeit, allgemeine Leistungsminderung, ungewollte Gewichtsabnahme oder gelb gefärbte Haut und Augen. Wenn sich das Hepatozelluläre Karzinom unbemerkt lange Zeit entwickeln und sich auch in anderen Körperbereichen ausbreiten kann, endet es meist mit irreparablen Schäden bis hin zum Tod des Patienten. Eine regelmäßige Vorsorge ist daher das A und O.

Therapieentscheidung: je nach Tumorstadium 

Die Therapieentscheidung richtet sich danach, wie weit der Leberkrebs fortgeschritten ist und in welchem Zustand sich der Patient und dessen Leber befindet. Im Frühstadium der Erkrankung wird in der Regel mittels Tumorresektion oder Lebertransplantation chirurgisch behandelt. Dabei kommt eine Leberteilentfernung nur infrage, solange der Tumor mit einem ausreichenden Abstand zum gesunden Gewebe entfernt werden kann. 

Ist vorerst keine Operation möglich, kommen oftmals lokale Therapien zum Einsatz. Diese zielen darauf ab, den Tumor zu heilen, zu verkleinern oder die Lebensqualität des Patienten – soweit keine Heilungschance besteht – zu verbessern. Die gängigste Therapieform ist die sogenannte Radiofrequenzablation, bei der das Tumorgewebe mittels Radiofrequenzwellen erhitzt und danach abgetragen wird. 

Kann der Tumor weder operativ noch lokal-ablativ behandelt werden, zeigt die Transarterielle Radioembolisation (TARE), oftmals auch als Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) bezeichnet, erfolgversprechende Ergebnisse. Bei dieser Strahlentherapie wird das erkrankte Gewebe durch einen Leistenkatheter gezielt bestrahlt, wodurch gesunde Zellen weitestgehend geschont werden. 

Bei allen Therapiemethoden gilt: Je eher der Krebs erkannt wird, desto größer sind die Erfolgschancen.

Wussten Sie schon, dass …

… Aspirin (ASS) krebspräventiv wirkt? Diese Annahme legen Untersuchungen der Nurses’ Health Study (NHS) und Health Professionals Follow-up Study (NHSII) nahe. Demnach kann die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure das Risiko der Entwicklung von primärem Leberkrebs verringern. Bei Probanden, die Aspirin für mindestens fünf Jahre einnahmen, wurde das relative Risiko um 59 Prozent reduziert. Bei Einnahme-Stopp verschwand der Effekt acht Jahre nach Ende der ASS-Medikation.

Quelle: Dr. Christian Kretschmer für die Medizinische Medien Informations GmbH

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