Integrative Medizin

So können sich Krebspatienten wohler fühlen

Von Isabell Flohr · 2018

Zur Optimierung der schulmedizinischen Onkologie werden auch ergänzende Therapien integriert, um Krebsleiden zu lindern: So sollen Fiebertherapie, Hyperthermie, Vitamin C-Infusionen oder Misteltherapien die Abwehr des Körpers stärken. Die Psychoonkologie hilft seelisch genauso wie Verfahren aus der Naturheilkunde.

Misteln spielen in der integrativen Krebstherapie eine Rolle. Misteln an einem Baum

Über 50 Prozent der Patienten mit einem fortgeschrittenen Tumorleiden entscheiden sich für Integrative oder Komplementäre Verfahren zusätzlich zur konventionellen Chirurgie, Chemotherapie und Radiologie, um sich besser zu fühlen. Anerkanntermaßen: Inzwischen führen alle großen US-Krebszentren eine eigene Abteilung für Integrative Therapien, auch wenn deren Wirksamkeitsnachweis häufig (noch) mehr auf positiven Erfahrungswerten als auf wissenschaftlichen Studien basieren. 

Zu den häufig eingesetzten, komplementären Krebsmitteln im deutschsprachigen Raum zählen Mistelpräparate. Dieses Naturheilverfahren ist in Deutschland lediglich aufgrund von Ausnahmeregelungen für die Anthroposophie zugelassen. Ein verdünnter Pflanzenextrakt wird gespritzt oder als Infusion verabreicht. Vor und während einer Chemotherapie kann Mistel gegen Müdigkeit, Depressionen, Schmerzen und Übelkeit helfen. Sogar der programmierte Zelltod in den bösartigen Tumoren soll angeregt werden.

Die Fiebertherapie aktiviert das Immunsystem von Krebspatienten

Als eine der ältesten Heilreaktionen des Organismus wirkt die Fiebertherapie. Das Fieber wird durch exogene Pyrogene, meist Bestandteile von Bakterien, initiiert und das so aktivierte Immunsystem schwächt Krankheitserreger, die nur bei Normaltemperatur lebensfähig sind.

Im Gegensatz zur passiven Überwärmung des Körpers, der Hyperthermie. Von außen erfolgt entweder eine Ganzkörper-Bestrahlung oder nur das betroffene Gewebe oder Organ wird mit Mikrowellen oder Infrarotlicht bestrahlt – bis zu einer Körpertemperatur von maximal 42,5 Grad Celsius. Heute wird meist eine kombinierte Version aus Fiebertherapie und Hyperthermie eingesetzt. 

Integrative Medizin: Nebenwirkungen werden auch mit Akupunkturnadeln erfolgreich bekämpft

Im Palliativbereich haben sich Vitamin-C-Infusionen zur Verbesserung der Lebensqualität bereits bewährt, denn Vitamin C ist unter anderem ein essentieller Faktor vieler enzymatischer Reaktionen und wirkt therapeutisch im Immun-, Nerven- und Gefäßsystem. Die Psychoonkologie dagegen versucht auch seelische Faktoren zur Krebserkrankung zu ergründen. Weitere Aufgaben sind die Verarbeitung der Krankheit und deren Folgen, mit einem breiten Spektrum an Methoden: Gesprächs- und Verhaltenstherapie, Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Muskel-Relaxation, aber auch Yoga oder Meditation. Sogar Cannabis wird zur Beruhigung und Schmerzlinderung auf Krankenschein in Deutschland akzeptiert.

Vorbeugen mit systematischer Prävention

Vorsorgen für die Gesundheit und rechtzeitiges Erkennen von Krebs sind lebenswichtig. Durch eine systematische und regelmäßige Prävention können Krebserkrankung verhindert oder in einem frühen Stadium entdeckt werden. Krankenversicherungen empfehlen Screenings für Hautkrebs bei Männern und Frauen ab 35 Jahren, ab dem 40. Lebensjahr Koloskopien, Prostatauntersuchungen für Männer ab 55 und Mammographien bei Frauen ab 55 Jahren.

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