Krebsdiagnostik

Identifizierung der Angreifer

Von Karl-Heinz Möller · 2018

Es gibt hunderte unterschiedliche Krebsarten, die jede für sich eigene Merkmale haben. Sie aufzuspüren und zu therapieren ist eine umfangreiche und oft langwierige Herausforderung. Viele Menschen wissen allerdings nicht, dass mehr als die Hälfte aller Krebserkrankungen geheilt werden können. Am Anfang dieses Prozesses steht das möglichst frühzeitige Erkennen der Krankheit.

Eine Patientin wird in die MRT-Röhre befördert. Krebsdiagnostik erfolgt in mehreren Stufen.
Untersuchung in der MRT-Röhre

Verdächtige Veränderungen – beispielsweise ein Knoten in der Brust – sind oft ein Alarmzeichen. Ob Krebszellen im Spiel sind, kann über die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) beurteilt werden, die unter dem Mikroskop histologisch untersucht wird. Auch Analysen von Blut, Urin und anderen Körperflüssigkeiten im Labor geben Aufschluss. Allgemeine Parameter, die Auskunft über den Zustand des Patienten und die Funktionsfähigkeit einzelner Organe geben, werden erhoben. Daneben können für einige Krebsarten sogenannte Tumormarker bestimmt werden.

Krebsdiagnostik: Mit zunehmender Untersuchungsintensität wächst die Genauigkeit

Zu den Bilder erzeugenden Techniken gehört die Endoskopie. Hier wird ein flexibler Schlauch über den Mund (Gastroskopie oder Bronchoskopie), den After (Koloskopie) oder die Harnröhre (Zystoskopie) eingeführt. An der Spitze des Schlauches sitzt eine Kamera mit Lichtquelle. Sie hält kleinste Veränderungen aus dem Inneren der Organe fest.

Einen technologischen Sprung machten die Systeme in der Nachfolge der Röntgentechnik, für die Wilhelm Conrad Röntgen 1901 immerhin den Nobelpreis für Physik erhielt. Neuere bildgebende Verfahren sind die Computertomografie (CT), Kernspintomografie, Ultraschall-Diagnostik, Szintigrafie und die Positronen-Emissions-Tomografie. Bei der Computertomografie wird als spezielles Röntgenverfahren der Körper schichtweise durchleuchtet.

Feinere Technologien enttarnen den Tumor und bereiten gezielt dessen Eliminierung vor

Bei der Magnetresonanz- oder Kernspintomografie (MRT) werden unter dem Einfluss von Magnetfeldern Bilder aus dem Körperinneren gespeichert. Magnetfelder bewegen die Wasserstoffatome in Körpergeweben und Detektoren messen die Veränderungen. Organe können im Längsschnitt, Querschnitt oder in einer räumlichen Projektion dargestellt werden. Per CT lassen sich Informationen zur Position und Ausdehnung von Tumoren gewinnen. Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ist ein so genanntes nuklearmedizinisches Verfahren, das mithilfe von Radionukliden Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar macht.

Revolutionar in der Diagnostik ist das Verfahren der Flüssigbiopsie („Liquid Biopsy“). Eine blutbasierte Nukleinsäureanalytik dient dem Nachweis von Tumorzellen beziehungsweise Tumor-DNA im Blut. Denn Tumorzellen geben auch Erbinformationen ins Blut ab, die auf Genveränderungen hin untersucht werden können. Liquid Biopsy wird zum Screening und zur Früherkennung von Krebs eingesetzt. Wobei einmal mehr klar ist: Erst die Interpretation des Mediziners gibt Aufschluss, worum es wirklich geht und welcher Weg der Beste ist, um den Krebs zu bezwingen.

Kontinuierliche Steigerung der Lebenserwartung

  • Wussten Sie schon, dass die Chancen eine Krebs­erkrankung zu überleben seit dem Jahr 2000 gestiegen sind?

  • Laut einer Studie der London School of Hygiene & Tropical Medicine, steigen die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose bei fast allen untersuchten Krebsarten.

  • Als Datenbasis dienen 322 Krebsregistern aus 71 Ländern und Regionen.

  • Die Studie umfasst 18 Krebsarten, die etwa drei Viertel aller Krebserkrankungen ausmachen – unter anderem Magen, Darm, Lunge, Brust und Prostata.

  • Verglichen werden Daten in Zeiträumen von fünf Jahren: 2000 bis 2004, 2005 bis 2009 und 2010 bis 2014.

  • Für jedes dieser Intervalle ermitteln die Analysten die durchschnittliche Rate derjenigen Patienten, die fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch leben.

  • Im weltweiten Ranking steht Deutschland meistens im oberen Drittel der erfassten 71 Staaten. 

  • Größte Chancen, eine Krebserkrankung zu überstehen, existieren zum Beispiel in den USA und Kanada sowie in den nordeuropäischen Ländern Finnland, Island, Norwegen und Schweden.

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