Darmkrebs früh erkennen

Vorsorge enorm wichtig

Von Tobias Lemser · 2022

Früh erkannt ist Darmkrebs in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar – Grund, weshalb wir Vorsorgeprogramme unbedingt wahrnehmen sollten. Gerade mit dem Alter erhöht sich das Risiko eines Tumorwachstums im Darm. Nun kamen Forscher einer weiteren Gefahrenquelle auf die Spur.

Ärztin führt Beratungsgespräch mit einer Frau
Foto: iStock / stefanamer

Sich auf bestimmte Krankheitssymptome zu verlassen und zeitnah medizinisch Rat zu suchen, ist oft der beste Weg, schnell wieder gesund zu werden. Anders bei vielen Tumorerkrankungen wie dem Darmkrebs, der oft unerkannt schleichend wächst und sich zumeist erst dann bemerkbar macht, wenn er kaum noch heilbar ist. Fakt ist: Jeder Mensch ist durch den natürlichen Alterungsprozess gefährdet, an Darmkrebs zu erkranken. Eine Person von 16 ist im Laufe des Lebens davon betroffen. Fachleute raten deshalb spätestens ab dem 50. Lebensjahr zur Vorsorge. Wer familiär vorbelastet ist, sollte bereits zehn Jahre früher damit beginnen.

Darmkrebs früh erkennen: Regelmäßiges Testen hilft

Zu den verbreitetsten Untersuchungen zählt die Koloskopie. Mit bis zu 95 Prozent Erkennungsrate ist dieses bildgebende Verfahren die präziseste Vorsorgemethode, bei der kleinere Polypen direkt entfernt werden können. Problem: Da die Koloskopie nur alle zehn Jahre erstattet wird und viele Betroffene den nächsten Termin auch dann erst wahrnehmen, kann sich der Tumor innerhalb dieses Intervalls bis ins tödliche Endstadium ausbilden.
Neben dem Okkultbluttest, mit dessen Hilfe eine Stuhlprobe im Labor auf verborgenes Blut untersucht wird, rücken zum Aufspüren von Darmkrebs gendiagnostische Tests vermehrt in den Fokus. Das Besondere daran: Mithilfe der PCR-Technologie wird die Stuhlprobe auf das Vorhandensein von Tumor-DNA getestet. Ziel dieser oft nur von privaten Krankenkassen erstatteten Methode, die idealerweise alle drei Jahre durchgeführt werden sollte, ist es, den Tumor bereits in frühen Phasen besser zu diagnostizieren.

Fettleibigkeit vermeiden

Gezielt vorsorgen heißt jedoch auch, bestimmte Risikofaktoren zu minimieren. Darunter fallen neben übermäßigem Alkohol- und Tabakkonsum der Verzehr von rotem Fleisch, eine ballaststoffarme Ernährung und Fettleibigkeit. Gerade letzterem Punkt ist ein Wissenschaftlerteam um Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg näher auf den Grund gegangen. In der Ende des vergangenen Jahres veröffentlichten Studie kam heraus, dass das Risiko, frühzeitig an Darmkrebs zu erkranken, bei fettleibigen Menschen etwa doppelt so hoch war wie bei Normalgewichtigen. Wurde bereits vor dem 20. Lebensjahr eine Adipositas festgestellt, erhöhte sich ihr Risiko sogar um das 2,6-Fache.

Quellen:
Krebsgesellschaft: Darmkrebs: Basis-Infos für Patienten und Angehörige
Deutsche Krebshilfe: Darmkrebs

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