Gehirntumor

Therapien bauen auf drei Säulen auf

Von Karl-Heinz Möller · 2018

Von allen Krebserkrankungen entfällt bei Erwachsenen ein relativ kleiner Anteil auf bösartige Tumore im Kopf. So erkranken jährlich etwas weniger als zehn Männer und rund sieben Frauen von 100.000 Menschen in Deutschland an einem bösartigen, primären Hirntumor. Als klassische Behandlungs- und Heilmethode gilt die Strahlentherapie.

Ein Arzt bespricht mit einem Patienten eine Aufnahme des Hirns. Die Diagnose bösartiger Gehirntumor fällt dabei eher selten

Die Bezeichnung Hirntumor ist ein Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene Tumoren des zentralen Nervensystems. Hirntumoren können gut- oder bösartig sein und unterscheiden sich in ihrem Wachstumsverhalten. Im Vergleich mit anderen Krebsarten sind die direkt im Gehirn entstehenden Tumoren seltener, dafür kommen Hirnmetastasen bei Erwachsenen deutlich häufiger vor.

Ein Hirntumor ist eine Geschwulst des Zentralnervensystems (ZNS). Insgesamt unterscheiden Neurologen über 130 verschiedene Arten von Hirntumoren. Diese lassen sich anhand ihrer Zellstruktur und hinsichtlich ihrer Art zu wachsen einteilen.

Bösartige Hirntumoren sind eher selten

Zu den häufigsten primären Hirntumoren zählen: Meningeome (überwiegend gutartige Tumoren, die von der Hirnhaut ausgehen), Glioblastome (Ursprung sind die sogenannten Gliazellen, die den Nervenzellen des Gehirns unter anderem als Stützgerüst dienen), Tumoren der Hypophyse (Geschwulste der Hirnanhangdrüse, die eine zentrale Funktion im Hormonhaushalt
übernimmt).

Moderne Geräte richten ihre Strahlen sehr gezielt auf die gewünschte Region.

Besteht der Verdacht auf einen Hirntumor erfolgt in der Regel eine der bildgebenden Untersuchungen, wie zum Beispiel die Computertomographie (CT). Mithilfe von Röntgenstrahlung entstehen Schichtaufnahmen des Kopfes. Verfahren der Magnetresonanztomographie (MRT) liefern Schnittbilder des Kopfes, erzeugt mit Hilfe von Magnetfeldern, wobei eine Strahlenbelastung entfällt.

Bestrahlung von Gehirntumoren ist die Regel 

Die Hirntumor-Behandlung fußt im Prinzip auf drei Säulen: der Operation, Strahlentherapie sowie Chemotherapie. Liegt der Hirntumor an einer Stelle des Gehirns, die einer Operation zugänglich ist, versuchen Ärzte, die Geschwulst chirurgisch zu entfernen. Vor allem wenn der Hirntumor rasch wächst und dadurch auf umliegende Hirnregionen drückt, ist eine Operation – soweit möglich – erforderlich. Je nach Fall wird Bestrahlung in verschiedenen Varianten verordnet. Auch zusätzlich zur OP, um nicht erfasste Regionen zu erreichen. Moderne Bestrahlungsgeräte richten die Röntgenstrahlen sehr gezielt auf die gewünschte Region und schonen gleichzeitig das umliegende Gewebe.

Eine Hoffnung für die erfolgreiche Behandlung von Hirntumoren liegt in der Immuntherapie. Allerdings liegen bisher noch keine ausreichenden Untersuchungsergebnisse vor, sodass sie noch nicht zum Standard der Hirntumor-Therapie zählt. Auch wenn nicht in jedem Fall bei einem Hirntumor eine Heilung möglich ist, können moderne Behandlungsverfahren viel dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhalten und vorhandene Beschwerden zu lindern. Für die Betroffenen und deren Angehörige ist die Erkrankung seelisch belastend und eine psychoonkologische Unterstützung in vielen Fällen sehr hilfreich.

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