Neuroendokrine Tumoren

GEP-NET: Das Chamäleon unter den Tumoren

Von Tobias Lemser · 2019

GEP-NET: Das Chamäleon unter den Tumoren
Foto: iStock/Ben-Schonewille

Gastroenteropankreatische Neuroendokrine Tumoren, kurz GEP-NET, entstehen aus hormonbildenden Zellen, die vor allem im Verdauungssystem, aber auch an anderen Stellen im Körper vorkommen. Die gute Nachricht: Da sie vergleichsweise langsam wachsen, besteht eine erhöhte Chance auf Heilung.

Mit zwei bis vier bundesweit registrierten Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner zählen GEP-NET zu den selteneren Krebserkrankungen. Was jedoch auffällt: Zuletzt hat die Anzahl der diagnostizierten Erkrankten deutlich zugenommen. Experten führen dies vor allem auf optimierte endoskopische und bildgebende Verfahren zurück. Warum diese Tumoren entstehen, konnten sie bislang jedoch noch nicht abschließend klären.

Krankheitsbild und Symptome

Erstmalig beschrieben wurden GEP-NET im Jahr 1907. Zunächst wurden sie als harmlos eingestuft, da sie eine gewisse Größe nicht zu überschreiten schienen und nie Metastasen beobachtet wurden. Jahrzehnte später zeigte sich, dass sich hinter GEP-NET seltene, vom Verdauungstrakt oder der Bauchspeicheldrüse ausgehende, bösartige Tumoren verbergen. „Neuroendokrin“ bedeutet, dass die Tumoren von Zellen ausgehen, die ihren Ursprung im Neuroektoderm haben und immunhistochemisch endokrinen Drüsenzellen ähneln. Allerdings ist nur ein Teil der Tumoren noch hormonell aktiv.

Genauso variabel wie die Tumoren machen sich oftmals auch die Symptome bemerkbar. Tumoren, die noch aktiv Hormone produzieren, können sich durch heftige Durchfälle, Bauchkrämpfe, schwere Unterzuckerung oder auch anfallsartig auftretende Rötung des Gesichts, sogenannte Flushs, äußern. Zu Oberbauchschmerzen oder gelber Haut und Schleimhäuten kann es dagegen kommen, wenn die Tumoren keine Hormone produzieren.

GEP-NET: Nuklearmedizinische Diagnostik

Häufig werden GEP-NET-Tumoren erst spät diagnostiziert, da die Symptome oft nicht spezifisch genug sind und daher falsch gedeutet werden. Bilden die Tumoren Hormone oder Botenstoffe im Übermaß, lassen sich die daraus entstehenden Beschwerden jedoch frühzeitig mittels Blut- und Urinuntersuchungen zuordnen. Neuroendokrine Tumoren, die keine Hormone produzieren, sondern häufig den speziellen Tumormarker Chromogranin A ab, der sich im Blut nachweisen lässt.

Weitere wichtige Infos liefert die Positronenemissionstomografie (PET). Da neuroendokrine Tumoren zahlreiche sogenannte Somatostatinrezeptoren haben, werden dem Patienten leicht radioaktiv markierte, Somatostatinähnliche Substanzen, verabreicht. Bindet das Tumorgewebe, das mehr Somatostatinrezeptoren als das umliegende Gewebe hat, diese Substanz, gibt dies mittels PET genauen Aufschluss über Größe und Lage des Tumors. Oftmals ist dann ein operativer Eingriff das Mittel der Wahl. Lässt sich der Tumor durch eine OP entfernen, bestehen in der Regel sehr gute Heilungschancen. Gelingt dies nicht vollständig, setzen Onkologen heute immer häufiger auf die zielgerichtete nuklearmedizinische Therapie.

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