Immuntherapie bei Krebs

Tumor-Abwehr stärken

Von Sandra Sehringer · 2022

Mikroskop
Im Labor werden die künstlichen Antikörper hergestellt. Foto: iStock / SergeyKlopotov

Immuntherapien gegen Krebs verstärken unser körpereigenes Immunsystem, indem sie es gezielt auf Tumorzellen richten. Besonders Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen können langfristig davon profitieren.

Grundsätzlich kann der Körper Tumorzellen erkennen und vernichten – sofern sie sich vom gesunden Gewebe eindeutig unterscheiden. Doch nicht alle Krebszellen zeigen eigene Merkmale. Manche verändern sich ständig, andere können sich regelrecht tarnen oder die Immunreaktionen hemmen. Krebs-Immuntherapien zielen deshalb darauf ab, diese Ausweichstrategien der Tumorzellen zu umgehen und die körpereigene Immunabwehr darauf zu lenken.

Immuntherapie bei Krebs: Künstliche Antikörper

Seit einigen Jahren gibt es Immuntherapien mit sogenannten Checkpoint-Hemmern. Als Checkpoints bezeichnet man bestimmte Eiweiße an der Oberfläche von Immunzellen. Sie können Abwehrreaktionen anregen oder bremsen. Manche Krebszellen können diese Checkpoints so beeinflussen, dass sie als schädliche Zelle unerkannt bleiben und der Immunabwehr entgehen. Dagegen werden künstliche Antikörper als Checkpoint-Hemmer eingesetzt. Sie blockieren die bremsenden Checkpoints und sorgen so dafür, dass körpereigene Immunzellen die Tumorzellen vernichten können. Bisher kommt die Art der Immuntherapie überwiegend bei Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen zum Einsatz, häufig auch in Kombination mit einer Chemotherapie. Typische Anwendungsziele sind schwarzer Hautkrebs, Blasen- und Nierenkrebs sowie Lungenkrebs. Zwei aktuelle Studien ergaben, dass insbesondere von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs Betroffene, aber auch Patientinnen mit anhaltendem oder streuendem Gebärmutterhalskrebs langfristig von der Therapieart profitieren können. So konnten die Forschenden mit der Behandlung die Krankheit in vielen Fällen für längere Zeit stoppen und Überlebensvorteile schaffen.

Immunzellen im Labor aktivieren

Andere Therapieverfahren arbeiten mit Immunzellen, die außerhalb des Körpers aktiviert werden. Bei einigen Ansätzen entnehmen Ärztinnen und Ärzte dafür sogenannte T-Zellen aus dem Blut, dem Knochenmark oder dem Tumorgewebe der Betroffenen. Im Labor werden sie vermehrt oder genetisch verändert und den Menschen schließlich wieder zurückgegeben. Je nach Methode können auch T-Zellen von gesunden Spendern zum Einsatz kommen. Die Behandlung soll so die Immunantwort der Krebskranken verbessern und möglicherweise dauerhaft unterstützen.

Quellen:
Krebsinformationsdienst: Immunsystem und immuntherapeutische Ansätze in der Krebsmedizin
Deutsche Krebsgesellschaft: Immuntherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs lange wirksam und Immuntherapie bei Gebärmutterhalskrebs

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