Zytostatikatherapie

Fortschritte eines Lebensretters

Von Sarah Schroth · 2021

Kaum ein medizinisches Fachgebiet hat sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt, wie das der Onkologie. Besonders durch die Fortschritte im Bereich der Chemotherapie können heutzutage Tumorarten erfolgreich behandelt werden, die vor einigen Jahren den sicheren Tod bedeutet hätten.

Ein Infusionsbeutel
Im Laufe der Zeit ist die Chemotherapie verträglicher geworden. Foto: iStock / thekopmylife

Chemotherapeutika – auch als Zytostatika bekannt – sind Medikamente, die in den Zellzyklus von Tumorzellen eingreifen und so deren Wachstum stoppen. Die chemischen Substanzen, die in Form von Infusionen, Spritzen oder Tabletten verabreicht werden, bilden neben Operationen und Strahlentherapie die Basis der modernen Behandlung von Krebserkrankungen. Die ersten Anwendungen gehen bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Als Begründer der Chemotherapie gilt der Mediziner und Medizin-Nobelpreisträger Paul Ehrlich (1854-1915). Er nutzte die Mittel zunächst gegen äußere Angreifer – namentlich Viren, Bakterien und Pilze. Dass sie auch gegen körpereigene Krebszellen wirksam sind, wurde erst Anfang der 1940er-Jahre entdeckt, bis sie 20 Jahre später endlich ihren unmittelbaren Einsatz in der Onkologie beginnen konnten.

Zytostatikatherapie: Heilung ist möglich

Nicht alle Patienten sprechen auf die Behandlung mit Zytostatika an. Entscheidend ist, um welche Art Tumor es sich handelt und wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist. Für einige Patienten ist die Chemotherapie jedoch der Retter in der Not. Chancen auf eine dauerhafte Heilung bestehen unter anderem bei Brustkrebs, Hodentumoren und akuten Leukämien. In den letzten Jahren hat besonders die Kombination mit verschiedenen anderen Therapien eine hohe Akzeptanz und Wirksamkeit gefunden, darunter die Radiochemotherapie, bei der auch die Strahlentherapie zum Einsatz kommt, oder die Immunchemotherapie, bei der zusätzlich ein Antikörper verabreicht wird.

Angriff auf die Tumorzellen

Eine Chemotherapie wirkt „systemisch“ – also im ganzen Körper. Nachteil ist, dass so auch gesunde Körperzellen angegriffen werden. Dies führt zu den typischen Nebenwirkungen wie Haarausfall, massive Magen-Darm-Probleme und Erschöpfungszustände. In ausgewählten Fällen kann die lokale Chemotherapie eine sinnvolle Option sein. Hier werden die Chemotherapeutika direkt über die Blutversorgung des Tumors eingebracht und entfalten dort gezielt ihre Wirkung. Zurzeit arbeiten Forschergruppen besonders intensiv an Methoden, die es den Zytostatika erlauben, Tumorzellen selektiver anzugreifen. So sollen Medikamente zukünftig noch besser und nebenwirkungsärmer gegen den Krebs angehen.

Quellen:
ONKO-Internetportal: Die Chemotherapie
krank.de: Chemotherapie

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