Speiseröhrenkrebs

Achtsam bei Reflux

Von Paul Trebol · 2018

Eine Frau hält ihre Faust vors Gesicht. Thema: Speiseröhrenkrebs

Statistisch betrachtet kommen bösartige Erkrankungen an der Speiseröhre nicht sehr häufig vor. Aber die Anzahl der bedrohlichen gesundheitlichen Störung steigt kontinuierlich. Diese Zunahme ist sowohl der demografischen Entwicklung als auch veränderten Lebensgewohnheiten geschuldet. Bewusste Ernährung ist eine von mehreren Maßnahmen zur Vermeidung dieses Leidens.

Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Gewichtsverlust, Druckgefühl und Schmerzen hinter dem Brustbein – insgesamt heimtückisch, weil die Symptome sehr spät auftreten – bereiten Probleme und können Hinweise für eine Krebserkrankung in der Speiseröhre geben. Oft stellen sich die Beschwerden als temporäre und unspezifische Erscheinung heraus, aber zur exakten Beurteilung sollte man einen Besuch bei der Haus­ärztin oder dem Hausarzt vorziehen. 

Welche konkreten Ursachen die Entstehung von Speiseröhrenkrebs fördern, ist bisher nicht erforscht. Bekannt ist zumindest, dass bestimmte Faktoren das Erkrankungsrisiko steigen lässt. Erhöhte Risiken entstehen durch Rauchen und überdurchschnittlichen Alkoholkonsum. Weiterhin können Ernährungsgewohnheiten mit viel Fleisch und wenig Obst und Gemüse sowie der häufige Genuss von sehr heißen Speisen und Getränken negativ wirken.

Bestimmte Symptome treten neuerdings immer häufiger vor

Speiseröhrenkrebs ist in Deutschland eine relativ seltene Tumorerkrankung. Pro Jahr erkranken etwa 5.200 Männer und 1.500 Frauen daran. Das entspricht einem Anteil von drei Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen bei Männern und etwa einem Prozent bei Frauen. Das Durchschnittsalter der Erkrankten beträgt bei Männern 67 Jahre und bei Frauen 71 Jahre.

Wenig Obst und Gemüse sowie häufiger Genuss von heißen Speisen und Getränken wirken negativ.

Laut aktuellen Studien ist häufig auftretender Rückfluss von Magen- und Gallensäuren aus dem Magen in die Speiseröhre (Reflux) ein zunehmender Auslöser für Speiseröhrenkrebs. Tückisch ist, dass dies sich aber nicht immer mit Sod­brennen bemerkbar macht. Chronischer Säurerückfluss kann eine krankhafte Veränderung der Speiseröhre hervorrufen, Barrett-Ösophagus genannt. Sie wird als Vorstufe des Adenokarzinoms der Speiseröhre angesehen. Als vorbeugende Maßnahmen sind chirurgische Eingriffe möglich, beispielsweise per Methode der Fundoplicatio. Operativ wird eine sogenannte Fundusmanschette um den im Bauchbereich befindlichen Teil der Speiseröhre gelegt. Sie lässt weiterhin den Zufluss in den Magen zu, schließt aber eine Reaktion in die Gegenrichtung nahezu aus. Der Reflux aus dem Magen in die Speiseröhre wird somit verhindert. Eine Alternative bieten endoskopische Eingriffe, bei denen flexible magnetische Ringe aus Titanperlen um den Ausgang der Speiseröhre positioniert werden. Beim Schlucken öffnen sich die Kugeln kurzfristig. Im geschlossenen Zustand ist kein Reflux möglich, bei höherem Druck, beispielsweise durch Aufstoßen oder Erbrechen, weitet sich jedoch der Ring. Weiterhin besteht die Möglichkeit, mit der Einnahme von Medikamenten prophylaktisch dem Refluxphänomen zuvorzukommen. Als Dauerlösung bei massiveren Problemen ist dies allerdings weniger zu empfehlen. 

Speiseröhrenkrebs: Realistische Chancen auf Heilung bei Früherkennung

Aktuell weist das Adenokarzinom die höchste Zuwachsrate aller bösartigen Tumoren in den Industriestaaten auf. Vor allem hoher Fettkonsum und häufig auch Übergewicht gehören zu den Ursachen. Möglicherweise sind auch Viren an der Entstehung von Speiseröhrenkrebs beteiligt. So wurden in Tumoren der Speiseröhre wiederholt so genannte Papillomviren gefunden. 

Eine frühe Diagnose ist für eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit das entscheidende Kriterium. Im Frühstadium ist der Tumor noch auf die Schleimhaut beschränkt und kann durch eine Operation entfernt werden. Welche Therapie im Einzelfall durchgeführt wird, hängt insbesondere davon ab, wie weit die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Wichtigste Methode ist die Operation. Sie hat das Ziel, den Tumor vollständig zu entfernen. Vor der Operation wird häufig eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie (Radiochemotherapie) durchgeführt. Sie kann an Stelle einer Operation erfolgen, wenn diese nicht möglich ist.

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