Seltene Tumoren

Kräfte bündeln im Kampf gegen seltenen Krebs

Von Jens Bartels · 2014

Krebszellen können alle Organe des Körpers befallen.

Für viele seltene Krebserkrankungen gibt es oft weder umfassende Studien noch zielgerichtete Medikamente. Gerade deswegen empfehlen Experten die Behandlung in onkologischen Spezialzentren. Dort profitieren Betroffene von den Erfahrungen der Fachärzte und können an Behandlungsstudien teilnehmen.

T-Zell-Lymphom – das ist ein Begriff, den außer Spezialisten wahrscheinlich nur Betroffene und ihre Angehörigen kennen. Und doch ist die Bezeichnung ein Sammelbegriff für eine ganze Gruppe von Krebserkrankungen des Immunsystems, bei denen in den Lymphknoten, aber auch in Milz, Leber oder anderen Organen Ansammlungen von bösartig veränderten T-Lymphozyten gefunden werden, einer bestimmen Gruppe weißer Blutkörperchen. 

Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 800 Menschen an einem T-Zell-Lymphom. Es zählt damit zu einer von vielen seltenen Krebserkrankungen. Nach gesicherter Diagnose ist hier in der Regel eine sofortige Behandlung erforderlich, da es sich häufig um sehr schnell fortschreitende Krebserkrankungen handelt. Das Glück im Unglück ist, dass es derzeit eine Reihe neuer Medikamente gibt, die beim T-Zell-Lymphom eingesetzt werden können. 

Spezialzentren sammeln Wissen

Experten raten Betroffenen aller seltenen Tumorarten zu einer Behandlung im Spezialzentrum. Die Patienten profitieren so nicht nur durch ein optimales Therapieverfahren und die Erfahrung der Fachärzte, sie können auch helfen, das Wissen über die Krankheit zu mehren, indem sie an europaweiten Behandlungsstudien teilnehmen. 

Geforscht wird an den seltenen Tumoren nämlich oft noch viel zu selten. Anreize für Pharmafirmen, in den teuren und risikobehafteten Forschungsprozess zu investieren, gibt es in der Regel nicht. Selbst wenn ein Durchbruch gelänge: Zu einem milliardenschweren Blockbuster würde ein solches Medikament nicht. Private Initiativen oder Stiftungen, die Forschungsreihen oder neue Therapieansätze für die T-Zell-Lymphome finanzieren würden, gibt es ebenfalls nicht.

Unabhängige Finanzierungswege gefordert 

Noch sind die Forschungs- und Versorgungsinfrastrukturen für diese seltene Tumorart dennoch vergleichsweise gut. Doch die Unterstützung durch das Bundesforschungsministerium im Rahmen des Programms für klinische Studien ist akut gefährdet. „Wir benötigen für klinische Studien Finanzierungswege, die unabhängig von der pharmazeutischen Industrie sind, gleichzeitig aber einen Zugang zu neuen Medikamenten ermöglichen“, fordert Professor Lorenz Trümper. Er ist Direktor an der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie an der Universitätsmedizin Göttingen. „Studien in diesem Feld können und müssen europaweit durchgeführt werden, um schnell zu sinnvollen Ergebnissen zu gelangen“, sagt der Mediziner.

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