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Versorgungslage

„COVID-19: Versorgung von Tumorpatienten gesichert“

Von Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland e.V. · 2020

Kommt es durch die Pandemie zu verzögerten Diagnosen und Therapie bei Krebspatienten? Prof. Dr. med. Wolfgang Knauf, Vorsitzender des Berufsverbandes der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen e. V. (BNHO), klärt auf – auch über das Risiko für Patienten.

Viele Krebspatienten haben aus Angst vor einer Ansteckung mit COVID-19 Hemmungen einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Zurecht?

Die Sorge ist verständlich, aber weitestgehend unbegründet. Keine Frage: Patienten mit bösartigen Tumorkrankheiten gehören zur Risikogruppe, da sie ein geschwächtes Immunsystem haben, was sie grundsätzlich anfälliger für Infekte macht. Darum ist vor allem Abstand halten sehr wichtig; auch das Tragen von Masken macht für diese Gruppe Sinn. Die zeitgerechte Therapie sollte Vorrang haben und nur in besonderen Fällen verschoben werden. Bei den meisten Patienten steht der Nutzen der Therapie über dem Risiko einer möglichen COVID-19-Infektion. Die Gefahr, sich in einer Praxis zu infizieren, halte ich für extrem gering. 

Warum?

Praxen und Ambulanzen haben große Anstrengungen unternommen, Therapien regelhaft mit räumlicher Distanz und zeitlicher Entzerrung durchzuführen. Die niedergelassenen Ärzte haben sich auf das neue Infektionsgeschehen eingestellt, sodass wir weiterhin alle Diagnostik- und Therapiekonzepte anbieten – wenn nötig, kann auch eine telefonische oder telemedizinische Besprechung durchgeführt werden. Neben den strukturellen Veränderungen wurde natürlich auch mit entsprechenden Hygienemaßnahmen zum Schutz der Patienten reagiert. Wir können also unsere Patientinnen und Patienten zu jeder Zeit entsprechend betreuen und behandeln.

Eine Task Force von DKFZ, Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft kam vor einiger Zeit zu dem Ergebnis, dass es zu Verkürzung und Verschiebung von Behandlungsschemata sowie Aussetzen von Nachsorgeuntersuchungen kommt.

Wir vom BNHO sehen die Situation anders. Wir konnten zwar beobachten, dass Kliniken ihr Personal in den onkologischen Ambulanzen vorrübergehend reduzierten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stattdessen auf den Intensivstationen einzusetzen. Die Engpässe, die dadurch in den Ambulanzen entstanden sind, haben wir Niedergelassenen jedoch aufgefangen. Bei der Durchführung der notwendigen Chemotherapien gab und gibt es deshalb keine Engpässe.

Wie kommt es zu den unterschiedlichen Bewertungen?

Das Problem ist, dass die Task Force bei ihrer Erhebung die Erfahrungen der niedergelassenen Onkologen nicht einbezogen hat und sich auf die Daten universitärer Zentren konzentriert hat. Die im BNHO vereinten Praxisärzte behandeln gemeinsam rund die Hälfte aller Tumorpatienten. Nur, wenn man dies in der Betrachtung berücksichtigt, ergibt sich gegenüber der Politik ein realistisches Bild der aktuellen Versorgungssituation.

Kontakt

Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland e.V.
Sachsenring 57
50677 Köln
E-Mail: info@bnho.de
Web: www.bnho.de

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